Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Sicherheitschecks im AKW Dukovany

26. November 2015, 13:15
1 Posting

Röntgenaufnahmen schlechter Qualität von Schweißnähten aufgetaucht, Kraftwerk derzeit wegen Überprüfungen zum Großteil heruntergefahren

Prag – Die tschechische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen schlecht durchgeführter Sicherheitsüberprüfungen im Atomkraftwerk Dukovany. Wie die tschechische Nachrichtenagentur ČTK berichtet, geht es dabei konkret um qualitativ schlechte Röntgenaufnahmen von Schweißnähten im südmährischen AKW.

Die Anzeige sei bereits am 16. November eingebracht worden, sagte der Sprecher des Kraftwerksbetreibers ČEZ, Ladislav Kříž. Auch die tschechische Behörde für Nukleare Sicherheit (SUJB) könnte nun wegen der Sicherheitsüberprüfungen in Dukovany Anzeige gegen Unbekannt erstatten, sagte SUJB-Chefin Dana Drábová gegenüber ČTK.

Die Behörde hatte bereits im Oktober bekannt gegeben, dass einige Röntgenaufnahmen der Firma Tediko von den Schweißnähten im AKW nicht die erforderliche Qualität gehabt hatten. Dies habe allerdings nicht die sicherheitstechnisch wichtigsten Bereiche des Kraftwerks wie etwa den Druckbehälter betroffen, hieß es.

Derzeit würden alle Schweißnähte noch einmal überprüft, weswegen Teile des Kraftwerks heruntergefahren werden mussten. Die ČEZ könne den entstandenen Verlust durch die Abschaltungen noch nicht beziffern, sagte Kříž. Von den vier Reaktoren in Dukovany sind drei seit Mitte September wegen der Untersuchungen abgeschaltet.

ČEZ will im kommenden Jahr die Verlängerung der Betriebserlaubnis um weitere zehn Jahre beantragen, die tschechische Regierung plant den Bau eines neuen Reaktors in Dukovany. Das AKW liegt rund 120 Kilometer nördlich von Wien und ist bereits seit 1985 am Netz. (APA, 26.11.2015)

Share if you care.