Eagles of Death Metal wollen wieder im Pariser Bataclan spielen

26. November 2015, 06:55
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Die Band gab nach dem Terroranschlag auf ihr Konzert ein Interview

New York – Fast zwei Wochen nach den Terrorangriffen von Paris hat das Magazin "Vice" ein Interview mit der US-Band Eagles of Death Metal veröffentlicht. Der Schock steht den Musikern immer noch deutlich ins Gesicht geschrieben, die Musiker müssen das Interview mehrfach unterbrechen, ihre Stimmen stocken, immer wieder sind sie den Tränen nahe.

Ziel der Terroristen war am 13. November auch ein Auftritt der Gruppe im Bataclan. In der Konzerthalle richteten die Angreifer ein Massaker an. Etwa 90 der mindestens 130 Opfer der Mordserie starben dort. Mehrere Menschen hätten sich im Umkleideraum der Musiker versteckt, erzählt Frontmann Jesse Hughes. Die Attentäter seien in den Raum gekommen und hätten alle getötet – "außer einer Person, die sich unter meiner Lederjacke versteckte".

"Allahu akbar" im Kugelhagel

Viele Menschen hätten sich tot gestellt, berichtet Hughes. Während er auf der Suche nach seiner Freundin gewesen sei, sei er plötzlich einem der Attentäter gegenübergestanden. Der Mann habe auf ihn gezielt, die Kugel sei aber im Türrahmen eingeschlagen.

Auch Tonmann Shawn London sah sich plötzlich einem der Attentäter direkt gegenüber. "Er traf mein Mischpult, die Knöpfe sind überall hingeflogen", berichtet London. Er habe sich sofort auf den Boden geworfen, während der Attentäter immer weiter geschossen und mit aller Kraft "Allahu akbar" (Gott ist groß) geschrien habe.

Hughes blickt in dem Interview kaum nach oben. Er beginnt zu weinen, wenn er sich etwa daran erinnert, wie der von Kugeln getroffene Crewmanager Nick Alexander starb. Er habe nicht nach Hilfe gerufen, "weil er nicht wollte, dass irgendwer anderer verletzt wird".

foto: reuters / alex matthews
Jesse Hughes von der Rockband Eagles of Death Metal und Drummer Joey Castillo beim Festival Supreme im Shrine Auditorium in Los Angeles im Oktober 2014.

"Ich fühlte mich so schuldig"

Gleichzeitig macht sich Hughes selbst Vorwürfe, den Bassisten Matt McJunkins auf der Bühne zurückgelassen zu haben. "Ich fühlte mich so schuldig." Ein Hauptgrund, warum so viele Menschen getötet wurden, sei, dass viele ihre Freunde nicht verlassen wollten. "So viele Leute haben sich vor andere gestellt."

Bandmitgründer Josh Homme war bei dem Auftritt nicht dabei. Als er von dem Angriff hörte, habe er einen Moment gebraucht, um es zu glauben. Während eines Teils des Interviews hält Homme eine Liste mit den Namen der Toten in seinen Händen. "Ich wünschte, ich könnte mit ihren Eltern reden." Was er ihnen sagen würde? Homme zuckt mit den Schultern, seine Stimme stockt. "Vielleicht ist da gar nichts, was ich wirklich sagen könnte ... vielleicht ist es auch okay, dass es keine Worte dafür gibt, vielleicht sollte es keine Worte dafür geben."

Rückkehr ins Bataclan

Ihre Tour will die Band unbedingt fortsetzen und auch erneut im Bataclan spielen, sobald die Konzerthalle wiedereröffnet wird. "Da haben wir keine wirkliche Wahl", sagt Homme. Nicht nur die Terroristen, sondern auch sie würden Menschen "rekrutieren", und zwar dafür, Teil des Lebens zu sein, sagt Homme und deutet dabei ein vorsichtiges Lachen an.

Hughes sagt, er könne es gar nicht erwarten, zurück nach Paris zu kommen und dort wieder zu spielen. "Ich will die erste Band sein, die im Bataclan spielt, wenn es wieder öffnet", sagt er. "Unsere Freunde kamen dorthin, um Rock 'n' Roll zu sehen, und starben. Ich will wieder dorthin gehen und leben."

Coversongs für Spenden

Die Band ruft in dem Interview Musiker dazu auf, ihren Song "I Love You all the Time" zu covern – egal in welcher Musikrichtung. Alle Einnahmen daraus wollen die Musiker spenden und fordern Streamingdienste dazu auf, es ihnen gleichzutun. (APA, 26.11.2015)

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