Niedersachsen: Mutter tötet zwei Kinder und sich selbst

25. November 2015, 19:24
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Vater erstochen aufgefunden

Hannover – Eine Mutter hat in Deutschland ihre zwei Kinder, möglicherweise den Vater und dann sich selbst getötet. Der 41-jährige Mann starb nach Ergebnissen einer Obduktion an Stichverletzungen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ob die Mutter auch ihn tötete, stand noch nicht fest. Zu den Hintergründen sagte die Polizei nichts. Das Paar lebte nach Angaben von Anrainern seit einiger Zeit getrennt.

Der Vater wurde am Dienstag erstochen in seinem Haus in Hannovers Vorort Laatzen-Gleidingen entdeckt. Danach wurden auch die 35-jährige Frau, die dreijährige Tochter und der neunjährige Sohn tot in einer Wohnung in Hannover gefunden. Wie die drei ums Leben kamen, teilte die Polizei nicht mit.

Streit über Besuche der Kinder

Die Familie war erst vor zwei Jahren in den Klinkerbau in Gleidingen gezogen und hatte begonnen, das Haus zu renovieren, wie ein Nachbar am Mittwoch sagte. Auch nach der Trennung wurden die Kinder beim Vater gesehen. Nach Medienberichten soll es Streit über die Besuche der Kinder gegeben haben. Anrainer berichteten auch davon, dass die Frau längere Zeit krank war.

Am Mittwoch lagen zwei Rosen vor der versiegelten Tür des Einfamilienhauses in Gleidingen, außerdem hatte jemand ein rotes Grablicht angezündet.

Der 41-Jährige war am Dienstagnachmittag von seinen 62 und 63 Jahre alten Eltern entdeckt worden. Weil die in dem Haus gemeldete Ehefrau und die Kinder nicht dort angetroffen wurden, fuhren die Ermittler zu der ebenfalls der Familie gehörenden Wohnung im etwa 20 Kilometer entfernten Stadtteil Hannover-Linden. Dort fanden sie die weiteren Leichen.

Taten wie in der Region Hannover werden aus Expertensicht oft durch eine Trennung der Eltern ausgelöst. Dies sagte die Rechtswissenschaftlerin Theresia Hoynck von der Uni Kassel, die längere Zeit zu sogenannten erweiterten Suiziden geforscht hat. Meist seien Männer die Täter. Dass auch Frauen sich zusammen mit ihren Kindern umbrächten, sei eher selten, sagte Hoynck.

Die Täter sind nach ihren Erkenntnissen in allen sozialen Schichten zu finden. Dies hänge mit dem Auslöser der Taten zusammen. "Das sind diese überhaupt nicht verarbeiteten Trennungen, die damit etwas zu tun haben, dass Menschen in ihrem Selbstbild, in ihrem Lebenssinn, in ihrer Fähigkeit, Konflikte adäquat zu lösen, völlig desorientiert werden und Sachen tun, die sie und andere ihnen niemals zugetraut hätten", sagte Hoynck. (APA, 25.11.2015)

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