iPad Pro vs. Surface Pro 4: Die Tablet-Riesen im Vergleichstest

29. November 2015, 09:20
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Die neuen Pro-Tablets der beiden Hardware-Giganten wollen ein Laptop-Ersatz sein – schaffen sie es?

Nachdem Microsoft mittlerweile die vierte Generation seines Surface Pro anbietet, ist nun auch Tablet-Marktführer Apple auf den Zug der Pro-Geräte aufgesprungen. Das iPad Pro soll mit größerem Display, leistungsfähigerer Hardware und einem Stylus in Form des Apple Pencils neue Kundenschichten ansprechen und gleichzeitig weitere Anwendungsfälle ermöglichen. Erstmals bezeichnet Apple das Gerät auch als Computer-Ersatz – ein Bereich, in dem sich Microsoft mit dem Surface Pro nur allzu wohl fühlt.

Tablets als Laptop-Ersatz

Während Microsoft das Surface Pro 4 samt seinem Type-Cover aber aktiv als Laptop-Alternative am Markt positioniert, schlägt Apple deutlich leisere Töne an. Auf der Webseite und in Werbematerialien finden sich dazu kaum Hinweise. Lediglich CEO Tim Cook hat sich kürzlich in einem Interview dazu geäußert und behauptet, dass das iPad Pro für sehr viele Nutzer als PC-Ersatz dienen könnte. Der Spott im Internet war teilweise groß – immerhin läuft auf dem iPad Pro als Betriebssystem iOS.

Pro ist nicht gleich Pro

Das Surface Pro 4 weist dank Windows 10 hingegen ein vollwertiges Desktop-Betriebssystem auf, mit dem neben Apps aus dem Windows Store auch ganz gewöhnliche Desktop-Programme genutzt werden können. Schon alleine dadurch unterscheidet sich die Philosophie der beiden Tablets deutlich größer voneinander, als die Namensgebung mit dem Pro-Zusatz vermuten lassen würde. Im Vergleichstest zeigen die beiden Tablets, in welchen Bereichen welches Gerät die Nase vorne hat.

martin wendel
Das Surface Pro 4 mit Type Cover (links) und das iPad Pro.

Prozessor: Intel Core vs. Apple A9X

Einen der größten Unterschiede der beiden Tablet-Riesen stellt die Hardware-Architektur dar. Das Surface Pro 4 setzt mit seinen Intel-Prozessoren auf Notebook-Hardware, während beim iPad Pro der von Apple selbst entwickelte ARM-Prozessor A9X zum Einsatz kommt. Um Vergleiche noch komplizierter zu gestalten, bietet Microsoft das Surface Pro 4 gleich mit drei verschiedenen Prozessoren an – Core M, Core i5 und Core i7. Beim iPad Pro gibt es in den unterschiedlichen Preisklassen hingegen keine Leistungsunterschiede.

Beim Prozessor-Benchmark Geekbench 3 zeigt sich ein interessantes Ergebnis. Das Surface Pro 4 – als Testgerät kam ein Core i5 mit zwei Prozessorkernen und einer Taktfrequenz von 2,4 GHz zum Einsatz – erreichte einen Single-Core-Wert von 3.195 Punkten. Das iPad Pro, das ebenfalls einen Dual-Core-Prozessor besitzt, der jedoch mit 2,26 GHz taktet, kann diesen Wert sogar knapp schlagen und kommt auf 3.232 Punkte. Der Unterschied in der Single-Core-Leistung fällt nach dem Ergebnis von Geekbench 3 also nur minimal aus.

Im Multi-Core-Benchmark zeigt die Notebook-CPU des Surface Pro 4 hingegen ihre Muskeln und sticht den Mobil-Prozessor im iPad Pro mit 6.749 zu 5.463 Punkten aus. Das Ergebnis des iPad Pro ist trotzdem beachtlich. Die von Apple entworfenen ARM-Prozessoren erreichen mittlerweile ein Leistungsniveau, das in manchen Bereichen mit den aktuellen Notebook-Prozessoren von Intel mithalten oder – wie im Falle des Core M – sogar überholen kann.

foto: wendel
Der Bildschirm des iPad Pro ist mit seinen 12,9 Zoll etwa 78 Prozent größer als beim iPad Air 2.

Betriebssystem: Windows 10 vs. iOS 9

Der zweite große Unterschied stellt, teilweise auch bedingt durch die Prozessorwahl, das Betriebssystem dar. Auf dem Surface Pro 4 läuft ein vollwertiges Windows 10, dank x86-Prozessorarchitektur lassen sich wie bei den bisherigen Surface-Pro-Modellen auch gewöhnliche Desktop-Programme ausführen. Microsoft hat aber sowieso aus den Fehlern des beschnittenen Windows 8.1 RT gelernt und bietet Windows 10 in der Desktop-Variante gar nicht mehr für die ARM-Architektur an.

Das iPad Pro setzt hingegen auf das für den mobilen Einsatz getrimmte iOS 9. Die Vorteile liegen auf der Hand – das System ist auf gute Akkulaufzeiten optimiert und bietet eine hervorragende Touch-Unterstützung. Die Nachteile dürfen jedoch nicht unbeachtet bleiben, vor allem da Apple das Gerät auch als Computer-Ersatz betrachtet. Apps können nur über den App Store installiert werden, es gibt keine Mausunterstützung und auch nur recht eingeschränkte Multitasking-Funktionen für die Darstellung mehrerer Programmfenster.

Mit Windows 10 kann iOS 9 mit anderen Worten in punkto Laptop-Ersatz nicht mithalten. Das Surface Pro 4 ist in diesem Bereich das deutlich mächtigere Gerät. Bei der Tablet-Bedienung sieht es wiederum genau umgekehrt aus. Durch das Weglassen einer Mausunterstützung muss Apple in iOS 9 keine Kompromisse bei der Touch-Bedienung eingehen – das iPad Pro fühlt sich, nicht zuletzt auch wegen seiner Apps, weit mehr nach Tablet an als das Hybrid-Gerät von Microsoft.

martin wendel
Das Surface Pro 4 verfügt wieder über den eingebauten Kickstand, mit dem sich das Gerät aufstellen lässt.

Software: Mobile Apps vs. Desktop-Programme

Das iPad Pro kann auf das riesige Repertoire an Programmen aus dem App Store zugreifen und weist damit, trotz seines noch jungen Alters, eine beachtliche App-Vielfalt auf. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass viele davon noch nicht für das neue Tablet optimiert sind. Dies macht sich vor allem in drei Punkten bemerkbar: Die betreffenden Apps sind lediglich auf den größeren Bildschirm aufgeblasen, sie verwenden nicht die für das iPad Pro gestaltete erweiterte On-Screen-Tastatur und sie unterstützen kein Split-View-Multitasking.

Vor allem die noch oft fehlenden Multitasking-Funktionen in Apps wiegen schwer, bietet es sich doch gerade beim iPad Pro aufgrund des großen Bildschirms an, zwei Apps parallel darzustellen. Für die Entwickler bedeutet das bisweilen natürlich zusätzliche Arbeit. Apple verkauft – betrachtet man nur die aktuell erhältlichen Geräte – iPhones und iPads mittlerweile in insgesamt sechs verschiedenen Bildschirmgrößen. Die lange Zeit bei der Konkurrenz kritisierte Geräte-Fragmentierung hat damit spätestens jetzt auch iOS erreicht.

Das Surface Pro 4 profitiert hingegen stark von seinem Desktop-Unterbau. Durch die Möglichkeit, normale Programme auszuführen, sind der Produktivität keine Grenzen gesetzt. Eine Maus- oder Trackpad-Bedienung ist dabei jedoch obligatorisch – für einen Desktop angepasste Benutzeroberflächen sind für Touch-Screens nicht wirklich ausgelegt. Und im Windows Store, wo für die Tablet-Bedienung optimierte Apps zu finden sind, herrscht im Vergleich zum App Store unter iOS weitgehend noch immer gähnende Leere.

Design & Verarbeitung: Schlankes Gehäuse vs. Lüfterschlitze

Kennt man ein iPad, kennt man alle iPads. Apple hält sich auch beim iPad Pro an das bewährte Design, das in seinen Grundzügen mit dem iPad mini vor einigen Jahren eingeführt wurde. Beachtlich ist das dünne Alu-Gehäuse. Mit nur 6,9 mm ist das Tablet nur unwesentlich dicker als das iPad Air 2 – und das bei einem deutlich angewachsenen Bildschirm und dem damit erforderlichen größeren Akku. Auch bei den Farboptionen gibt es keine Überraschungen – das iPad Pro ist in Space-Grau, Silber und Gold erhältlich.

Beim Surface Pro 4 gibt es ebenfalls wenige Überraschungen. Das neue Modell besitzt weitgehend das selbe, gut verarbeitete Magnesium-Gehäuse wie der Vorgänger. Mit 8,45 mm ist es, vor allem in Hinblick auf die verbaute Notebook-Hardware, überraschend dünn. Der Gewichtsunterschied zum iPad Pro liegt, je nach gewähltem Modell, bei etwa 40 bis 70 g. Dieser Unterschied macht sich bei Verwendung der beiden Geräte auch bemerkbar – das iPad Pro hinterlässt trotz der geringen Differenz einen spürbar leichteren Eindruck.

Das Surface Pro 4 verfügt außerdem über dieselben Lüfterschlitze, wie bereits das Surface Pro 3. Der Lüfter im Inneren macht sich unter großer Last durch das Surren und den feinen Luftzug auch immer wieder bemerkbar. Im Vergleich zum Vorgänger schaltet er sich aber seltener zu. Verantwortlich dafür dürfte die neue Flüssigkühlung sein. Das iPad Pro kommt hingegen ohne aktive Kühlung aus. Unter höherer Last wird das Gerät zwar wärmer, aber nie unangenehm heiß.

martin wendel
Das Surface Pro 4 ist etwas dicker und schwerer als das iPad Pro.

Anschlüsse: USB vs. Lightning

Bei der Erweiterbarkeit hat wiederum Microsoft deutlich die Nase vorne. Das Surface Pro 4 ist mit USB 3.0, MicroSD-Kartenleser und Mini-DisplayPort ähnlich gut ausgestattet, wie ein Notebook. Das Gerät lässt sich dadurch ohne teure Adapter mit USB-Peripheriegeräten, zusätzlichem Speicherplatz und externen Monitoren erweitern. Über den eingebauten Kickstand, hinter dem sich übrigens der nicht beschriftete MicroSD-Steckplatz versteckt, kann das Tablet außerdem jederzeit aufgestellt werden.

Das iPad Pro zeigt sich hingegen, ganz der Apple-Philosophie bei Smartphones und Tablets folgend, um einiges verschlossener. Das Gerät besitzt zum Aufladen einen Lightning-Anschluss, über diverse – teilweise nicht gerade günstige – Adapter können externe Monitore, Kameras und SD-Karten angeschlossen werden. Eine Erweiterung des internen Speicherplatzes ist damit aber nicht möglich, der SD-Kartenadapter dient lediglich zum Kopieren von Kamerabildern auf das Tablet.

Von der Erweiterbarkeit eines Surface Pro 4 ist das iPad Pro damit weit entfernt. Dafür ist das Apple-Tablet wie die übrigen iPad-Modelle wiederum in einer Cellular-Variante mit LTE-Unterstützung erhältlich. Das Surface Pro 4 verfügt hingegen über keinen SIM-Kartenslot. Möchte man mit dem Surface unterwegs in Internet, ist dies nur über Tethering vom Smartphone oder über einen WLAN-Hotspot möglich. Auch in diesem Punkt präsentiert sich das iPad Pro also als das deutlich mobilere Gerät.

martin wendel
Das iPad Pro (12,9-Zoll-Display) bietet sogar einen noch größeren Bildschirm als das Surface Pro 4 (12,3-Zoll-Display)

Biometrie: Windows Hello vs. Touch ID

Apple setzt mit dem iPad Pro auf seinen bewährten Touch-ID-Scanner im Homebutton, der in einem Sekundenbruchteil das Gerät entsperrt. Microsoft verwendet beim Surface Pro 4 hingegen seine Windows-Hello-Funktion. Zum Einsatz kommen dafür die normale und die Infrarot-Kamera an der Front des Gerätes, die per Gesichtserkennung das Gerät entsperren. Auch Windows Hello arbeitet dabei sehr schnell und die Erkennung erfolgte in den Tests sehr zuverlässig.

Microsoft bietet außerdem ein optionales Type Cover für das Surface Pro 3 und 4 an, das neben der Tastatur und dem Trackpad auch über einen Fingerabdruck-Scanner verfügt. Mit diesem lässt sich mit der Windows-Hello-Funktion das Gerät dann auch per Fingerabdruck entsperren. Das Type Cover mit Fingerabdruck-Scanner ist in Österreich jedoch nicht erhältlich, in den USA kostet es 159,99 US-Dollar (ohne Steuern) – 30 Dollar mehr als das normale Type Cover.

Tastatur: Type Cover vs. Smart Keyboard

Stark verbessert im Vergleich zum Vorgänger hat Microsoft das Type Cover. Die Tasten lassen sich angenehmer drücken und durch den vergrößerten Tastenabstand entsteht ein ähnliches Tipp-Gefühl, wie man es von Notebook-Tastaturen gewohnt ist. Beim Vorgänger lagen die Tasten noch deutlich enger beisammen. Das Trackpad wurde außerdem vergrößert und arbeitet präziser – hier hat man in den vergangenen Jahren deutlich zu den gut verarbeiteten Apple-Trackpads aufgeholt.

Das Type Cover ist jedoch, wie bei den übrigen Surface-Modellen, nicht im Lieferumfang enthalten und kostet 149,99 Euro extra. Bei einem Gerät, das als Laptop-Alternative am Markt positioniert wird, ist dieser Schritt mehr als unverständlich – das Type Cover ist immerhin integraler Bestandteil des Bedienkonzeptes. Apple bietet für das iPad Pro das neuartige Smart Keyboard an. Ähnlich wie beim Surface Pro wird es über einen magnetischen Anschluss mit dem Tablet verbunden und darüber auch mit Strom versorgt.

Das Smart Keyboard liegt wie das Type Cover nicht im Lieferumfang bei und kostet 179 Euro. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es zudem nur mit US-amerikanischer Tastaturbelegung erhältlich – ebenfalls eine sehr unverständliche Entscheidung. Ob es auch in einer Version für den deutschsprachigen Markt erscheint, ist zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt. Da wir kein Testmuster der Tastatur erhalten haben, konnten wir uns noch keinen näheren Eindruck des Smart Keyboards verschaffen.

martin wendel
Das Type Cover gehört zwar irgendwie zum Surface Pro 4 dazu – im Lieferumfang ist es aber nicht enthalten.

Stylus: Surface Pen vs. Apple Pencil

Dem Surface Pro 4 legt Microsoft eine neue Version des Surface Pens bei. Der Stift zeichnet genau, hat eine niedrige Verzögerung und die Handballenerkennung funktioniert gut. An der Spitze des Stiftes befindet sich ein Knopf, mit dem OneNote und Cortana geöffnet werden und Screenshots angelegt werden können. Die Rückseite des Stiftes dient außerdem als digitaler Radiergummi – sehr gut gelöst. Der Surface Pen wird mit einer AAAA-Batterie betrieben, diese soll laut Angaben im Internet etwa einen Monat halten.

Speziell für das iPad Pro hat Apple den Apple Pencil entwickelt. Gleich vorweg – auch von diesem wurde uns leider kein Testmuster zur Verfügung gestellt. Zudem ist der 109 Euro teure Stylus derzeit kaum zu bekommen. Auf eBay wird der Apple Pencil aufgrund der schlechten Verfügbarkeit teilweise zu Preisen von über 300 Euro gehandelt. Vertraut man diversen Berichten im Internet, soll der Apple Pencil noch ein wenig genauer arbeiten als der Surface Pen und fast keine spürbare Latenz besitzen.

Schnick-Schnack bietet der Apple Pencil aber keine – Hardware-Knöpfe gibt es nicht und auch eine digitale Radiergummi-Funktion fehlt. Der Apple Pencil verfügt dafür über einen integrierten Akku, der über einen Lightning-Stecker direkt am iPad Pro aufgeladen werden kann. Innerhalb weniger Sekunden hat der Stylus dann genug Saft für 30 Minuten Verwendung. Alternativ lässt sich der Stylus über einen beigelegten Adapter auch an einem Lightning-Kabel aufladen.

martin wendel
Mit der Kappe des Surface Pens können verschiedene Funktionen ausgeführt werden – außerdem dient sie als digitaler Radiergummi.

Bugs

Surface Pro 4 und iPad Pro werden beide noch von so manchem nervigen Fehler geplagt. So beobachteten wir beim Surface Pro 4 verschiedene Anzeigeprobleme bei der Benutzung des Edge-Browsers. Scrollte man auf einer beliebigen Webseite an eine gewisse Stelle, führte dies reproduzierbar zu Bildschirmflackern oder einer Veränderung des Display-Farbtons. Diese Probleme scheinen jedoch mit einem kürzlich veröffentlichten Firmware-Update behoben worden zu sein.

Auch nach dem Update stürzte gelegentlich der Anzeigetreiber ab. Dieser konnte jedoch im laufenden Betrieb wieder neu gestartet werden, zu einem Totalabsturz des Systems kam es nicht. Das iPad Pro hingegen hatte mit Abstürzen nach dem Ladevorgang zu kämpfen, wie in zahlreichen Beiträgen im Internet dokumentiert ist. Lässt man das Tablet über Nacht am Ladegerät, reagierte es am nächsten Morgen häufig nicht auf Eingaben und musste neugestartet werden. Apple arbeitet an der Behebung des Problems.

Preise

Surface Pro 4 und iPad Pro sind beide im hochpreisigen Segment angesiedelt. Das iPad Pro ist mit 32 GB Speicherplatz um 899 Euro erhältlich, mit 128 GB kostet das Tablet 1.079 Euro. Die Cellular-Variante mit LTE-Unterstützung ist ausschließlich mit 128 GB Speicherplatz erhältlich und kostet 1.229 Euro. Sämtliche Ausführungen sind mit 4 GB Arbeitsspeicher ausgestattet. Der Apple Pencil oder das Smart Keyboard sind in diesen Preisen, wie weiter oben erwähnt, nicht enthalten.

Das Surface Pro 4 ist in insgesamt sechs Ausführungen erhältlich, die sich in den Bereichen Speicherplatz, Prozessor und Arbeitsspeicher unterscheiden. Die Preise beginnen bei 999 Euro für das Surface Pro 4 mit Intel Core M, 128 GB Speicherplatz und 4 GB RAM und reichen bis zu 2.449 Euro beim Top-Modell mit i7-Prozessor, 512 GB Speicherplatz und 16 GB RAM. Der Surface Pen ist im Lieferumfang enthalten, das Type Cover muss jedoch separat gekauft werden.

Unerwähnt sollte nicht bleiben, dass das iPad Pro bezüglich des verwendeten Speicherplatzes deutlich sparsamer ist. iOS 9 belegt nur wenige Gigabyte an Speicherplatz, beim Testgerät des Surface Pro 4 waren von den beworbenen 256 GB jedoch nur knapp über 200 Gigabyte frei. Dafür lässt sich beim iPad Pro der Speicherplatz nicht über eine MicroSD-Karte erweitern. Dies sollte bei einer Kaufentscheidung berücksichtigt werden.

Fazit

Wie schon sein Vorgänger ist das Surface Pro 4 ein sehr gutes Hybrid-Gerät, bei dem man – wie bei anderen Produkten dieser Geräteklasse – Abstriche bei der Tablet-Bedienung in Kauf nehmen muss. Gewisse Kompromisse, schon alleine aufgrund des Betriebssystems, sind nicht von der Hand zu weisen. Im Vergleich zum Surface Pro 3 fallen die Innovationen der neuen Generation eher inkrementeller Natur aus – schnellerer Prozessor, dünneres Gehäuse, schärferes Display und verbessertes Zubehör.

Das iPad Pro präsentiert sich allen voran als größeres und leistungsfähigeres iPad Air 2. Gemeinsam mit dem optional erhältlichen Zubehör ergeben sich auch neuartige Anwendungsfälle, für die teilweise aber erstmal die passende Software im App Store optimiert werden muss. Zudem sollte Apple daran arbeiten, den größeren Bildschirm auch sinnvoll einzusetzen. Als Beispiel sei etwa der Homescreen genannt, der von der zusätzlichen Bildschirmfläche kaum profitiert und im Prinzip nur ein aufgeblasener iPhone-Bildschirm ist.

Letztendlich sprechen die beiden Geräte aber unterschiedliche Käuferschichten an, wirklich in die Quere sollten sie sich am Markt nicht kommen. Möchte man einen Laptop-Ersatz, den man hin und wieder auch als Tablet verwenden kann, ist das Surface Pro 4 für viele das passende Gerät. Das iPad Pro ist hingegen die deutlich mobilere und auf Tablet-Nutzung ausgelegte Hardware – dafür wiederum weniger als Computer-Alternative geeignet. (Martin Wendel, 29.11.2015)

Links

iPad Pro

Surface Pro 4

Nachlese

Apples iPad Pro im Test: Kein vollständiger Notebook-Ersatz?

Erste Tests: Surface Pro 4 mausert sich zum Laptop-Ersatz

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien

Die Testgeräte wurden von Microsoft bzw. T-Mobile zur Verfügung gestellt.

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