Umfrage: Jogginghose bequem, Anzug sexy

25. November 2015, 14:13
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30 Prozent kaufen nachhaltig produzierte Kleidung, durchschnittlich besitzen die Österreicher acht Jeans

Wien – Heimische Konsumenten würden durchschnittlich zwölf Prozent mehr für Bekleidung mit einem Bio- bzw. Nachhaltigkeitsgütesiegel bezahlen und sehen die Jogginghose als bequemstes Kleidungsstück, das allerdings null Sex-Appeal aufweisen kann. Das ergab eine am Mittwoch vorgestellte Umfrage im Auftrag der Wiener Jeansmaßschneiderei Gebrüder Stitch.

Fast 60 Prozent der Befragten hält die Unsicherheit, ob ein Produkt tatsächlich nachhaltig ist, dann doch vom Kauf ab. Weitere Hinderungsgründe, um "ökofair" zu shoppen: Knapp 58 Prozent finden nachhaltig hergestellte Kleidungsstücke zu teuer. Fast 52 Prozent halten die Auslobung für "nicht immer vertrauenswürdig bzw. glaubwürdig". Dass Öko-Ware schlechtere Qualität bietet, glauben hingegen nur rund zehn Prozent.

Elf Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen sind allerdings überzeugt, dass sie weniger gut aussieht. Wichtigstes Argument für nachhaltige Produkte ist für 82,3 Prozent die Vermeidung von Kinderarbeit. Bei Lebensmitteln gaben Dreiviertel der Befragten an, fast immer oder häufig nachhaltig zu kaufen. Bei Bekleidung sind es knapp 30 Prozent.

Bequeme Jogginghose, sexy Cocktailkleid

Neben Ökofragen ging es in der neuen "Hosenvolksbefragung" um Mode und diesbezügliche Befindlichkeiten der Österreicher: Am bequemsten finden mit 43,4 Prozent die meisten Befragten die Jogginghose. Sex-Appeal wird ihr aber praktisch null zugeschrieben. Den verortet knapp ein Viertel bei Männern im Anzug, gefolgt von Jeans (knapp 15 Prozent) und Uniform (11,7 Prozent).

Bei der Frauenkleidung landete das Cocktailkleid (18,6 Prozent) ganz oben auf der "Sexy"-Skala. Das sehen 27,7 Prozent der weiblichen Befragten, aber nur 9,4 Prozent der Männer so. Die plädierten eher für den Bikini, der insgesamt an fünfter Stelle rangiert (übrigens nur knapp vor dem Dirndl).

Liebestöter Socken und Sandalen, gefolgt vom Stringtanga

Ein absoluter Liebestöter aus Frauensicht sind nach wie vor Männer mit Socken in Sandalen. 59,2 Prozent halten diesen Anblick kaum aus. An zweiter Stelle landete der Stringtanga (44,8 Prozent), den junge Mädchen noch deutlich mehr verabscheuen als ältere Damen.

Durchschnittlich acht Jeans haben die Österreicher im Kleiderkasten, vier davon werden tatsächlich getragen. Männer schlüpfen im Schnitt an sechs Tagen pro Woche in Denimbeinkleider, Frauen an fünf. 45,4 Prozent der Damen stecken ihre Jeans schon nach zwei- bis dreimaligem Tragen in die Waschmaschine, aber nur 32,7 Prozent der Herren. 23 Prozent der männlichen Befragten ziehen die Hosen sechs bis zehn Mal an, ehe sie gewaschen werden, 17 Prozent der Frauen tun es ihnen gleich. Fast acht Prozent der Männer, aber nur drei Prozent der Frauen tragen Jeans noch länger ohne Waschgang.

Am wichtigsten sind Schnitt und Passform

Beim Kauf von Jeans sind Schnitt und Passform besonders wichtig, gefolgt vom Preis. Die Marke wiegt nicht so schwer. Bei den Eigenschaften schlägt der Zipp ganz deutlich Knöpfe, "jungfräulich" blauer Denim ist beliebter als der Used-Look und traditionelles Blau liegt vor bunt. Absolut unbeliebt bei mehr als der Hälfte der Befragten sind Patchwork- und Karottenjeans. Als Anlässe, bei denen Denimhosen nicht angemessen sind, identifizierte die Mehrheit Bälle, Hochzeiten sowie Theater- und Opernbesuche. Knapp zwei Prozent würden sich am Elternabend in der Schule nicht in Jeans blicken lassen, fast 30 Prozent nicht bei einem Vorstellungsgespräch. Zwölf Prozent sind hingegen überzeugt, dass Jeans immer ein adäquates Kleidungsstück sind.

Ohne Unterwäsche

Detail am Rande: Fast jeder vierte Österreicher geht zumindest manchmal ohne Unterwäsche aus dem Haus. (APA, 25.11.2015)

Das Marktforschungsinstitut Marketagent.com hat im Auftrag von Gebrüder Stitch von 30. Oktober bis 9. November 1.000 Online-Interviews mit Personen aus Österreich zwischen 14 und 65 Jahren durchgeführt.

Gebrüder Stitch

Marketagent

  • 58 Prozent finden nachhaltig produzierte Kleidung zu teuer.
    foto: gebrüder stitch/paulo grando

    58 Prozent finden nachhaltig produzierte Kleidung zu teuer.

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