Steirische Industrie gründet Energiespar-Netzwerk

25. November 2015, 13:48
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Die Hälfte des steirischen Strombedarfs gehen auf Kosten der Industrie. Mithilfe der Energie Steiermark soll die Effizienz gehoben werden

Graz – In der Steiermark gehen jährlich rund die Hälfte des Strombedarfs und etwa 90 Prozent des Gasbedarfs an die Industrie. Neun steirische Industriebetriebe wollen gemeinsam mit der Energie Steiermark bis zu drei Prozent Energieeinsparung jährlich erreichen. Gelingen soll das mit einem sogenannten Lernenden Energieeffizienz-Netzwerk (LEEN), wie am Mittwoch in Graz präsentiert wurde.

Bis 2020 muss Österreich die Energieeffizienz um 20 Prozent steigern, damit die Vorgaben der EU-Kommission erreicht werden. Das neue Energieeffizienzgesetz sieht für Energielieferanten Einsparverpflichtungen vor: Sie müssen für 0,6 Prozent der im Vorjahr an ihre inländischen Endkunden gelieferten Energie anrechenbare Einsparungen vorweisen.

"Etwa 50 Prozent der rund 400 Gigawattstunden Strom, welche die Energie Steiermark jährlich in der Steiermark vertreibt, werden von der Industrie gebraucht", erläuterte dazu Energie-Steiermark-Vorstand Christian Purrer am Mittwoch im Pressegespräch in Graz. Auf Betreiben der Energie Steiermark und gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Steiermark (IV) haben sich nun neun Unternehmen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um gemeinsam die Energieeffizienz zu verbessern. Erste steirische Teilnehmerbetriebe kommen aus den Bereichen Stahl und Bau, bis hin zu zu einer Molkerei und einem fleischverarbeitenden Betrieb. So nehmen u.a. der Leiterplattenhersteller AT&S, Stahl Judenburg, die Sattler AG , Tondach Gleinstätten oder auch die Obersteirische Molkerei am Netzwerk teil.

Laufende Verbrauchsprüfungen

Sie sollen in einem auf vier Jahre angelegten Prozess mit Unterstützung der Energie Steiermark kosteneffektiv Energie sparen lernen. Für ein Energie-Unternehmen sei diese Initiative kein Widerspruch, betonte Purrer: "In den Unternehmen wird in Sachen Energie kräftig investiert und geforscht, Konzepte neu aufgestellt – damit tun sich neue Geschäftsfelder für uns auf".

Den Aufbau und die dauerhafte Zusammenarbeit in dem Netzwerk regelt das sogenannte LEEN-Managementsystem, das vom deutschen Fraunhofer Institut entwickelt wurde und mittlerweile von der LEEN-Gmbh mit Sitz in Karlsruhe betrieben wird. Die steirischen Betriebe werden im Rahmen des Netzwerkes bis Ende des Jahres umfassend auf ihren Energieverbrauch geprüft, schilderte LEEN-Gechäftsführer Mirko Krück. Er geht davon aus, das "jährlich zwei bis drei Prozent Einsparung erreichbar" seien. Im kommenden Jahr sollen für die jeweiligen Standorte entsprechende Maßnahmen entwickelt werden. Diese sollen je nach Wirtschaftlichkeit umgesetzt werden, wobei sich die Teilnehmer regelmäßig über ihre Erfahrungen austauschen. In Vorarlberg und Oberösterreich seien bereits ähnliche Netzwerke verwirklicht worden.

"Wir konnten bereits signifikante Einsparungen erzielen, derzeit stoßen wir aber an unsere Grenzen und brauchen neue Ideen, die uns weiterbringen", begründete Vorstandsdirektor Heinz Moitzi vom Leiterplattenhersteller AT&S die Teilnahme am Netzwerk. Er erwarte sich mithilfe des Netzwerkes "weitere signifikante Einsparungspotenziale, die unsere Reduktionsziele unterstützen". (APA, 25.11.2015)

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