Kampagne erzielt "breite Allianz" gegen Frauengewalt

25. November 2015, 12:42
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Frauenministerin Heinisch-Hosek präsentierte die Ergebnisse der Kampagne "Gewaltfrei leben". Das Bewusstsein gegenüber Gewalt sei geschärft worden

Das Frauenministerium hat am Mittwoch gemeinsam mit seinen Projektpartnern die Ergebnisse der zweijährigen Kampagne "Gewaltfrei leben" gegen Gewalt an Frauen vorgestellt. Ministerin Gabriele Heinisch-Hoschek (SPÖ) freute sich über die "sehr erfolgreiche" Kampagne, die zur Bewusstseinsbildung beigetragen und "eine breite Allianz" gegen Gewalt an Frauen erzielt habe.

Nach wie vor werden in Österreich bis zu 300.000 Frauen pro Jahr von ihren Partnern oder Ex-Partnern misshandelt. Jede fünfte Frau wird also mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt in der Beziehung.

Bewusstsein geschärft

"Das Bewusstsein darüber, was psychische und physische Gewalt betrifft, ob zuhause, im öffentlichen Raum, online oder am Arbeitsplatz, ist gestiegen", sagte Heinisch-Hosek am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Im Rahmen der Kampagne wurden mit rund 170 Partnerorganisationen, von Privatunternehmen über soziale Einrichtungen bis zu Einzelpersonen, Kooperationen gestartet. Für einige Bereiche, etwa für Führungspersonen in Krankenhäusern oder für die verantwortungsvolle Berichterstattung, wurden Leitfäden erstellt.

Großes Interesse von Schulen

Auch die Telefonnummer der Frauenhelpline gegen Gewalt 0800-222-555 wurde durch 4.000 Großflächenplakate bekannter gemacht, berichtete Projektkoordinatorin und Leiterin der Helpline, Maria Rösslhumer. "Sehr auffällig war, dass viele Menschen aus dem Umfeld der Betroffenen angerufen haben. Die Aufmerksamkeit ist gestiegen."

Hohe Nachfrage gibt es vonseiten der Schulen zum Thema. Die Bundesjugendvertretung organisierte Workshops, die 3.000 Schüler erreichten. Dieses Angebot soll weitergeführt werden. Auch mit Krankenhäusern, Polizei, Frauenhäusern, der außerschulischen Jugendarbeit und Migrantenorganisationen wurde die Zusammenarbeit verstärkt.

Das AMS hat als Partnerorganisation Informationsblätter entwickelt und Schulungen angeboten, um die Mitarbeiter für die Beratungssituation mit betroffenen Kundinnen zu schulen.

Internationalen Tag gegen Gewalt

Die Kampagne wurde vom Frauenministerium gemeinsam mit dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie und der Bundesjugendvertretung (BJV) durchgeführt. Finanziert wurde sie von der Europäischen Kommission und dem Frauenministerium.

Mit dem Abschluss der Kampagne startet am Mittwoch, dem "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen", gleichzeitig die Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen". Zahlreiche Organisationen machten in Aussendungen auf das Thema aufmerksam. Die ÖH kritisierte die "unzureichende psychologische und psychiatrische Betreuung". Berivan Aslan, Frauensprecherin der Grünen, forderte eine ausreichende Finanzierung der Frauen- und Mädchenberatungsstellen.

Chancengleichheit fördern

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betonte, dass im Bereich Frauenrechte und Opferschutz bereits viel getan worden sei, dieser aber weiter gestärkt werden müsse. Auf Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz machten die PRO-GE-Frauen aufmerksam. Neben gemeinsamen Anstrengungen, um Gewalt gegen Frauen entgegen zu treten, sei es auch notwendig, die Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Chancen von Frauen generell weiter verbessern, hieß es vom Bund sozialdemokratischer Akademiker. Das Team Stronach wandte sich angesichts der Flüchtlingskrise gegen "tradierte Rollenbilder aus anderen Kulturen". (APA, 25.11.2015)

  • Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hoschek (SPÖ) ist mit den Ergebnissen der Kampagne "Gewaltfrei leben" zufrieden.
    foto: apa

    Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hoschek (SPÖ) ist mit den Ergebnissen der Kampagne "Gewaltfrei leben" zufrieden.

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