Staatsanwalt: Terroristen planten neuen Anschlag

24. November 2015, 20:06
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Abaaoud wollte womöglich Geschäftsviertel La Defense attackieren

Paris – Der als Drahtzieher der Anschläge von Paris geltende Islamist Abdelhamid Abaaoud wollte sich womöglich im Geschäftsviertel La Defense in die Luft jagen.

Der belgisch-marokkanische Islamist und ein Komplize hätten einen solchen Selbstmordanschlag womöglich am 18. oder 19. November und damit in der Woche nach der blutigen Anschlagsserie von Paris verüben wollen, sagte Staatsanwalt François Molins am Dienstagabend.

Drei Tote in Saint-Denis

Abaaoud war am 18. November bei der Erstürmung einer verdächtigen Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis getötet worden. Bei dem Einsatz sprengte sich außerdem ein bislang nicht identifizierte Verdächtiger in die Luft. Dieser Verdächtige wollte Molins' Angaben zufolge vermutlich zusammen mit Abaaoud das Viertel La Defense attackieren. Es könnte sich um einen der Männer handeln, die bei der Anschlagsserie am 13. November mit 130 Toten eine Reihe von Bars und Restaurants attackiert hatten.

Molins hatte bereits nach der Erstürmung der verdächtigen Wohnung in Saint-Denis gesagt, damit sei womöglich ein weiterer Anschlag verhindert worden. In dem westlich an Paris angrenzenden Geschäftsviertel La Defense haben zahlreiche französische Großkonzerne ihren Sitz.

DNA belegt Aufenthalt von Abaaoud in Athen

Abaaoud ist auf dem Weg nach Paris auch über Athen gereist. Wie griechische Medien am Dienstag berichteten, lieferte eine DNA-Probe Sicherheit. Sie war nach dem Tod des 27 Jahre alten Terroristen von der französischen Polizei an die griechischen Behörden übermittelt worden.

Den Berichten zufolge stimmt die Probe mit DNA-Material überein, das die griechische Polizei im Jänner diesen Jahres bei der Durchsuchung von zwei Athener Wohnungen sichergestellt hatte. Festgenommen wurde damals im Zuge der Ermittlungen ein 33-jähriger Belgier, den die griechischen Behörden anschließend nach Belgien überführten.

Abaaoud war der meistgesuchte Islamist Belgiens. Der Belgier mit marokkanischen Wurzeln lebte früher in dem als Islamistenhochburg geltenden Stadtteil Molenbeek in Brüssel, zuletzt hatte er sich Berichten zufolge in Syrien aufgehalten und für die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gekämpft. (APA, 24.11.2015)

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