Platini und Blatter droht endgültiges Aus

24. November 2015, 16:24
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FIFA-Ethikkommission fordert lebenslange Sperre – Anwalt: "Purer Skandal"

Zürich – Michel Platini und Joseph Blatter kämpften jahrelang erbittert um die Macht im Weltfußball – nun bleiben die beiden Spitzenfunktionäre womöglich für immer von der großen Bühne ausgesperrt. Die Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission hat gegen den derzeit suspendierten UEFA-Chef Michel Platini eine lebenslange Sperre gefordert. Das teilte Thibaud d'Ales als Anwalt des früheren Stars mit.

Die gleiche Forderung wurde auch im Fall Blatter erhoben. Das berichtet die Zeitung "Welt" und beruft sich auf Verbandskreise.

Platinis Anwalt sprach von einem "puren Skandal" sowie einer Übertreibung, solch ein Strafmaß zu fordern. "Das zeigt uns, dass die Kommission nicht glaubwürdig ist. Es gibt nicht ein Element in diesem Fall, das den Verdacht bestätigt", sagte D'Ales der Nachrichtenagentur AFP. Er setzt bei der Verteidigung seines prominenten Mandanten offenbar auf den Internationalen Sportgerichtshof (CAS).

Die Untersuchungskammer der Ethikkommission hatte in der vergangenen Woche ihren Schlussbericht zu Platini und dem ebenfalls suspendierten FIFA-Chef Blatter fertiggestellt und darin "Anträge für Sanktionen" gestellt. Der Fall liegt nun bei der rechtsprechenden Kammer unter Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert.

Viel Geld

Hintergrund der Affäre ist eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die Blatter 2011 an Platini geleistet hatte. Beide behaupten, dass das Geld für Beratertätigkeiten angewiesen wurde, die Platini von 1999 bis 2002 für die FIFA geleistet haben soll. Die Ethikkommission der FIFA hatte daraufhin Blatter und Platini am 7. Oktober für 90 Tage von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen.

"Die FIFA will zeigen, dass es keinen Vertrag zwischen Blatter und Platini gibt. Wir haben die Beweise, dass solch ein Deal existierte. Wir werden dies an den CAS schicken, der den Fall fair innerhalb einer kurzen Zeit verhandelt", ergänzte D'Ales. In der Vergangenheit waren Verdächtigungen aufgekommen, dass das Geld von Blatter an Platini für dessen Unterstützung bei der FIFA-Präsidentschaftwahl 2010 gewesen sei. Damals galten die beiden Spitzenfunktionäre noch als Verbündete.

Der Ethikkommission vertraut die Platini-Seite wohl nicht mehr. Bereits im Dezember wird ein Urteil erwartet. Und für Platini drängt die Zeit. Der Franzose will am 26. Februar 2016 auf dem außerordentlichen Kongress die Nachfolge von Blatter antreten, der seinen Rücktritt angekündigt hat. Bis dahin braucht er einen Freispruch und müsste zugleich den Integritätscheck bestehen. (APA, red, 24.11.2015)

  • Michel Platini und Sepp Blatter: Ihn könnte bald nur mehr der Gang zum Internationalen Sportgerichtshof (CAS) übrig bleiben.
    foto: apa/kington

    Michel Platini und Sepp Blatter: Ihn könnte bald nur mehr der Gang zum Internationalen Sportgerichtshof (CAS) übrig bleiben.

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