Westbahn blitzt ab: Zusätzliche ÖBB-Züge nach St. Pölten

24. November 2015, 18:28
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Streit um Änderungen im Verkehrsdienstevertrag: VOR weitet Angebot deutlich aus

Wien – Statt der ab dem Winterfahrplan vom Wiener Westbahnhof auf den Hauptbahnhof umgeleiteten ÖBB-Schnellzüge darf die ÖBB nun doch sogenannte Regionalexpresszüge (Rex 200) auf der Weststrecke führen. Das Verwaltungsgericht Wien hat am Dienstag kurzen Prozess gemacht mit dem Einspruch der Westbahn gegen die geplante Fahrplanumgestaltung. Die Klage der Westbahn wurde abgelehnt. Es handle sich bei der Umgestaltung nicht um eine formale Vergabe, sondern um eine Änderung des bestehenden Linienangebots, die keine Mehrkosten verursache.

Die Beklagte, die Verkehrsverbund Ostregion GmbH (VOR), darf nun die ÖBB beauftragen, mit täglich elf Zugpaaren zwischen Wien-Westbahnhof und Sankt Pölten zu verkehren. Bis dato fahren fünf Rex-200-Zugpaare zwischen Wien-Westbahnhof und Amstetten. Mit 22 Zügen steigt wohl das Kilometeraufkommen, die ÖBB kann im Auftrag des VOR aber einen "Taktverkehr mit Mittagslücke" anbieten, was in der Produktion billiger ist.

Pendler, die bisher mit ÖBB-Schnellzügen ab Westbahnhof nach Niederösterreich fuhren, erhalten somit vergleichbare Schnellverbindungen. Die Westbahn, der dadurch massive Konkurrenz ab Westbahnhof erwächst, bedauert den Entscheid. Mit Kampfpreisen will man Pendler an Bord holen. Eine ordentliche Revision ist nicht zugelassen, der Gang zum Verwaltungsgerichtshof steht aber offen. (ung, 24.11.2015)

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