Bertelsmann lotet Übernahme von Penguin Random House aus

24. November 2015, 13:58
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Deutscher Medienkonzern will zusammen mit Private-Equity-Unternehmen dem bisherigen Ko-Eigner Pearson dessen 47-Prozent-Anteil abkaufen

Berlin – Bertelsmann sucht Insidern zufolge einen Finanzpartner zur vollständigen Übernahme des weltgrößten Buchverlags Penguin Random House. Ziel sei es, zusammen mit einem Private-Equity-Unternehmen dem bisherigen Ko-Eigner Pearson dessen 47-Prozent-Anteil abzukaufen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von drei Personen, die mit der Sache vertraut sind.

Der deutsche Medienkonzern und sein britischer Partner hatten im Oktober 2012 das Zusammengehen ihrer Verlage Random House und Penguin Books angekündigt und sich zudem verpflichtet, ihre Anteile mindestens drei Jahre zu halten. Bertelsmann hat ein Vorkaufsrecht. Das deutsche Unternehmen lehnte einen Kommentar zu den Informationen ab.

Pearson hatte zuletzt die traditionsreiche Wirtschaftszeitung "Financial Times" und seinen Anteil am Magazin "Economist" verkauft und will sich mehr auf das Bildungsgeschäft konzentrieren. Branchenexperten sehen einen Verkauf des Anteils an Penguin Random House als nächsten logischen Schritt. Gespräche mit den Westfalen könnten im nächsten Jahr starten, sagte eine Person, die mit den Überlegungen der Bertelsmann-Manager vertraut ist. "Der entscheidende Punkt ist, ob Pearson seinen Anteil auf einen Schlag verkaufen will oder in Phasen."

Kommt die Übernahme in einem Schritt, könnte dies für Bertelsmann eine Herausforderung darstellen. Denn der Pearson-Anteil könnte mehr als 2 Mrd. Euro wert sein. Zudem bauen die Gütersloher ihr Bildungsgeschäft stetig aus. "Für Bertelsmann ist das ein teurer Deal. Deshalb wäre es sinnvoll für sie, einen Minderheitsinvestor mit reinzunehmen", sagte ein weiterer Insider. Hier käme vor allem ein Partner aus der Beteiligungsbranche in Frage. "(Bertelsmann-Chef Thomas) Rabe mag solche Deals wirklich", betonte ein anderer Eingeweihter. Bertelsmann hatte 2009 den Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) beim Umbau seines Musikrechtevermarkters BMG vorübergehend ins Boot geholt, bis der Konzern 2013 herauskaufte. KKR lehnte ebenfalls einen Kommentar ab. (APA/Reuters, 24.11.2015)

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