Auslandspresse kritisiert Vatikan wegen Prozess gegen Journalisten

24. November 2015, 11:15
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"Es ist besorgniserregend, dass die Ausübung der journalistischen Tätigkeit als Delikt betrachtet wird"

Vatikanstadt – Der Verband der in Italien tätigen ausländischen Korrespondenten hat in einem Schreiben seine Sorge wegen des am Dienstag beginnenden Prozesses gegen die Enthüllungsjournalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi ausgedrückt. "Es ist besorgniserregend, dass die Ausübung der journalistischen Tätigkeit als Delikt betrachtet wird", hieß es in dem Schreiben.

Zu den Menschenrechten würden nicht nur die von der katholischen Kirche und dem Vatikan verteidigte Religionsfreiheit, sondern auch die Meinungsfreiheit zählen. Es sei Pflicht der Journalisten, die Öffentlichkeit über Missstände zu informieren und somit zu deren Lösung beizutragen, hieß es. Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte am Montag an den Vatikan appelliert, die Vorwürfe gegen die italienischen Enthüllungsjournalisten zurückzuziehen.

Angeklagt sind neben Nuzzi und Fittipaldi die PR-Agentin Francesca Chaouqui, der spanische Prälat Lucio Angel Vallejo Balda, der sich in Untersuchungshaft befindet, sowie das Cosea-Mitglied Nicola Maio. Den Angeklagten droht eine Strafe bis zu acht Jahre Haft. (APA, 24.11.2015)

  • Angeklagt sind neben Nuzzi und Fittipaldi die PR-Agentin Francesca Chaouqui, der spanische Prälat Lucio Angel Vallejo Balda, der sich in Untersuchungshaft befindet, sowie das Cosea-Mitglied Nicola Maio.
    foto: apa/georg hochmuth

    Angeklagt sind neben Nuzzi und Fittipaldi die PR-Agentin Francesca Chaouqui, der spanische Prälat Lucio Angel Vallejo Balda, der sich in Untersuchungshaft befindet, sowie das Cosea-Mitglied Nicola Maio.

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