Deutschland: Konsum statt Export treibt Wachstum

24. November 2015, 08:37
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BIP stieg im dritten Quartal um 0,3 Prozent – Exporte gingen zurück – Private Konsum sorgte für Schwung

Wiesbaden/Berlin – Die deutsche Wirtschaft hat im Sommer wegen der schwächeren Weltkonjunktur an Fahrt verloren. Die gute Kauflaune der Verbraucher sorgte allerdings dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September unterm Strich um 0,3 Prozent zulegte und damit das fünfte Quartal in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte und so eine Schätzung von Mitte November bestätigte.

Im Frühjahr hatte es noch 0,4 Prozent Wachstum zum Vorquartal gegeben. Diesmal bremste jedoch der Außenhandel, da die Exporte mit 0,2 Prozent weniger stark stiegen als die Importe mit 1,1 Prozent. Zudem hielten sich die Unternehmen mit ihren Ausgaben in Maschinen und Anlagen zurück: Diese sogenannten Ausrüstungsinvestitionen sanken um 0,8 Prozent.

Für Schwung sorgte unterdessen der private Konsum mit einem Plus von 0,6 Prozent. Auch der Staatskonsum legte mit 1,3 Prozent spürbar zu. Es war das größte Wachstum seit dem Rezessionsjahr 2009, als der Staat seine Konjunkturpakete schnürte. Im Sommer dürften die Ausgaben rund um die Flüchtlingskrise eine Rolle gespielt haben.

Die deutsche Regierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, das sich 2016 auf 1,8 Prozent beschleunigen dürfte. 2014 hatte Europas größte Volkswirtschaft um 1,6 Prozent zugelegt. (APA, 24.11.2015)

  • Der private Konsum trägt derzeit mehr zum Wachstum bei als die Exporte.
    foto: reuters / rehle

    Der private Konsum trägt derzeit mehr zum Wachstum bei als die Exporte.

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