Euro-Rettungsschirm gibt zwei Milliarden für Griechenland frei

23. November 2015, 17:29
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Formeller Beschluss nach Verabschiedung eines umfassenden Reformpakets in Athen

Athen – Der Euro-Rettungsschirm ESM hat zwei Milliarden Euro Hilfskredite an Griechenland freigegeben. Das teilte die Finanzinstitution der Euro-Staaten am Montag in Luxemburg mit.

Die 19 Länder mit der gemeinsamen Euro-Währung hatten sich bereits am Wochenende auf die Zahlung aus dem Rettungsprogramm verständigt, da die Athener Regierung ein umfassendes Reformpaket auf den Weg brachte.

ESM-Chef Klaus Regling lobte, Griechenland habe eine umfassende Liste von Reformen verankert. Diese beträfen unter anderem den Finanzsektor. Zudem erklärte Regling, dass Griechenland die in einem dritten Hilfspaket veranschlagten bis zu 86 Milliarden Euro nicht benötigen wird. Grund sei, dass für die Rekapitalisierung der griechischen Banken weniger Geld nötig sei als veranschlagt.

"All das bedeutet, dass die Gesamtsumme von 86 Milliarden nicht genutzt werden wird", sagte Regling nach einem Treffen der Euro-Finanzminister. Demnach wird die Bankenrekapitalisierung weniger kosten als die zehn Milliarden Euro, die bereits im Sommer zur Auszahlung vorgesehen gewesen seien. Die darüber hinaus zur Verfügung stehenden 15 Milliarden Euro für die Bankenrettung würden "nicht gebraucht", sagte der ESM-Chef. "All dies reduziert die 86 Milliarden."

Das gesamte Rettungsprogramm hat einen Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro. 13 Milliarden Euro Hilfsgelder waren bereits im August geflossen.

Der Rettungsschirm ESM kann auch bis zu zehn Milliarden Euro für Finanzspritzen an griechische Banken zahlen. Das Geld kann aber erst fließen, wenn die Kreditinstitute frisches Geld brauchen und rechtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Nach Angaben von Diplomaten dürften zunächst rund sechs Milliarden Euro in Anspruch genommen werden. (APA, 23.11.2015)

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