Grazer Gebäude mit "Bubble-Fenstern"

23. November 2015, 16:20
46 Postings

Nahe der Grazer Oper soll "Argos" entstehen: ein futuristisches Gebäude mit Appartements, Büroflächen und einem Lokal

Graz – Es war über viele Jahre ein angesagter Künstler- und Studententreff, das "Kommod", nahe der Grazer Oper. Um die Jahrtausendwende, als es ziemlich baufällig wurde und zum Spekulationsobjekt mutierte, entbrannten engagierte politische Auseinandersetzungen um dieses alte, unter Denkmalschutz stehende, 1785 errichtete Stadthaus. Im Gemeinderat wurden Sondersitzungen abgehalten und dennoch: 2003 wurde es dem Erdboden gleichgemacht, es sei technisch nicht mehr sanierbar, hieß es.

Es folgten Rechtsstreitigkeiten, 2004 kündigte die neue Eigentümerin, die Baugesellschaft "Wegraz", an, 2006 werde ein Projekt der Stararchitektin Zaha M. Hadid, ein kontroversieller Bau mit nach außen gestülpten, bulligen Fenstern, realisiert. Es dauerte aber weitere fast zehn Jahre, ehe nun am Wochenende die Spaten in die Erde gestochen wurden.

Aus der griechischen Mythologie

Das Projekt nennt sich jetzt "Argos", abgeleitet vom Riesen Argos aus der griechischen Mythologie, von dessen 100 Augen einige immer wach waren. Die "Bubble-Fenster", Kritiker nennen es bereits "Glubschaugen-Fassade", sollen an die stete Wachheit von Argos erinnern.

Für Wegraz-Geschäftsführer Dieter Johs wird jedenfalls ein weiteres "Leuchtturmprojekt" in der City hochgezogen, das abermals architektonische Spannung in die Altstadt bringen soll, ähnlich – wenn auch in kleinerer Dimension – dem Kunsthaus, dem Grazer "Friendly Alien".

Im Argos können Appartements im hohen Preissegment mit Rundumservice angemietet werden, darunter entstehen Büroflächen. Im Erdgeschoß soll wie in früheren "Kommod-Zeiten" wieder ein Lokal eingerichtet werden. Bis Mitte 2017 soll das "Argos" bezugsfertig sein. (mue, 23.11.2015)

  • Das Argos mit der "Glubschaugen-Fassade"
    foto: wegraz/freedimensions

    Das Argos mit der "Glubschaugen-Fassade"

Share if you care.