Blackberry für Kooperation mit Behörden bei Verschlüsselung

23. November 2015, 14:42
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Will sich von Google und Apple mit "ausgeglichenem" Ansatz zu Verschlüsselung abheben

In den letzten Monaten ist die Diskussion über Verschlüsselung wieder neu aufgeflammt. So manch Politiker wünscht sich Hintertüren in entsprechenden Software, damit die Behörden im Bedarfsfall Zugriff haben. Während Google, Apple und Microsoft solche Pläne offen bekämpfen, zeigt sich nun ausgerechnet ein Unternehmen, das in der Vergangenheit gerne mit Datensicherheit geworben hat, dem behördlichen Zugriff nicht abgeneigt: Blackberry.

Statement

In einer Welt in der Verbrecher und Terroristen Verschlüsselung nutzen, um sich der Strafverfolgung zu entziehen, habe man eine Verpflichtung alles zu tun, um Regierungen dabei zu unterstützen, ihre Bewohner vor Angriffen zu schützen. Dies heißt es in einem Statement von Blackberry gegenüber Forbes.

"Ausgeglichen"

Zuvor hatten die Aussagen von Blackberry Chief Operating Office Marty Beard bereits für Aufregung gesorgt. Dieser hatte bei einer Techkonferenz betont, dass man sich mit der eigenen Herangehensweise von der Konkurrenz absetzen wolle – und zwar mit einem "ausgeglichenen" Ansatz. Auf Details lässt sich Blackberry in dieser Diskussion allerdings nicht ein. Etwa wie diese Form von "Lawful Interception" funktioniert, und welchen Regierungen man auf Anfrage Zugriff auf die Daten der eigenen Kunden gewährt.

Kehrtwende

Damit hat sich übrigens auch die Position von Blackberry in den letzten Jahren verändert. Im Jahr 2010 hatte Co-Chef Mike Lazardis noch gegenüber der New York Times betont, dass man dem Druck von Regierungen nachgeben werde, und keinerlei Daten teile. Im Juli 2013 wurde dann schließlich öffentlich, dass Blackberry eine Abmachung mit der indischen Regierung getroffen hat, um dieser regulierten Zugriff zu gewähren. (apo, 23.11.2015)

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    foto: dado ruvic / reuters
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