Benitez bleibt, Zidane winkt ab

23. November 2015, 20:50
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Klubführung spricht Trainer nach 0:4-Blamage im Clasico das Vertrauen aus – Als Nachfolger gehandelter Zidane: "Mir fehlt noch einiges"

Madrid – Die Klubführung von Real Madrid hat seinem in der Kritik stehenden Trainer Rafael Benitez nach der 0:4-Niederlage im Clasico gegen den FC Barcelona den Rücken gestärkt. Nach einer Sitzung der Vereinsspitze erklärte Präsident Floréntino Perez auf einer Pressekonferenz am Montag, Benitez genieße "vollstes Vertrauen und die Unterstützung des Präsidiums sowie des Vorstandes".

Benitez, im Sommer als Nachfolger des Italieners Carlo Ancelotti engagiert, sei aufgrund seiner Fähigkeiten, seiner Professionalität und seiner großen Erfahrung für den Posten ausgewählt worden. "Wir stehen voll hinter ihm", sagte Perez vor rund 130 Journalisten im Estadio Santiago Bernabeu.

Real war am Samstag im Prestigeduell mit Barcelona unter die Räder gekommen. In der Tabelle der Primera División wuchs der Rückstand auf die Katalanen auf sechs Punkte an, Real (24 Punkte) ist hinter dem Erzrivalen (30) und Stadtkonkurrent Atlético Madrid (26) nach zwölf Spieltagen nur Dritter.

Zinedine Zidane, der als möglicher Nachfolger von Benitez gehandelt wurde, wies entsprechende Spekulationen zurück. "Ich bin der Trainer des B-Teams, Benitez ist der Trainer der ersten Mannschaft, und das ist auch gut so", sagte der Franzose. "Mir fehlt noch einiges, um die erste Elf trainieren zu können."

Geschwächter Trainer

Die Entlassung von Ancelotti und die Verpflichtung von Benitez waren bei den Fans von Anfang an auf Unverständnis gestoßen. Benitez, ein gebürtiger Madrilene, steht in Spanien für eine defensiv ausgerichtete Spielweise und ein striktes taktisches Konzept, das nicht zum Offensivstil passt, wie er vom Publikum im Bernabeu-Stadion erwartet wird.

Nach Informationen des Sportblatts "Marca" wird die Lage von Benitez auch dadurch erschwert, dass die Profis wenig Vertrauen in ihn haben. "Sie mögen ihn nicht", titelte Spaniens auflagenstärkste Zeitung. "Die Spieler haben das Gefühl, dass die Tage des Trainers bei Real gezählt sind." (sid/APA, 23.11.2015)

  • Zinedine Zidane will noch lernen, derweil sorgt Rafael Benitez für Unmut bei den Fans.
    fotos: reuters

    Zinedine Zidane will noch lernen, derweil sorgt Rafael Benitez für Unmut bei den Fans.

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