Christkind bringt mehr Service bei Paketdienstleistern

23. November 2015, 13:53
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Post-Konkurrent DHL eröffnet die erste Paketstation in Wien. Dort kann man Packerln nicht nur abholen, sondern auch abgeben

Wien – Die Geschenke für ihre Lieben werden viele Menschen heuer wieder via Online-Shops einkaufen. Zunehmend wird es für die Kunden auch unkomplizierter, die erstandene Ware am Ende des Tages auch in Händen zu halten. Mussten die Konsumenten noch vor nicht allzu langer Zeit ihren Paketen nachjagen, ist die Zustellung beziehungsweise Abholung, so der Adressat nicht zu Hause ist, um vieles komfortabler geworden.

Seit 1. September stellt ja auch die Deutsche-Post-Tochter DHL Paket in Österreich Pakete zu. Bis zum Jahresende sollen es zwei Millionen sein, derzeit sind es eine Million, so DHL-Österreich-Chef Günter Birnstingl an Montag in Wien. Zum Vergleich: Die heimische Post liefert an einem Rekordtag im Weihnachtsgeschäft 470.000 Packerln aus, im Jahr sind es rund 74 Millionen.

Erste Paketstation in Wien

Birnstingl präsentierte am Montag die erste Paketstation der Deutschen in Wien. Partner ist der Merkur-Markt in der Julius-Ficker-Straße in Floridsdorf mit rund 100.000 Kunden im Monat. Für Wien sind derzeit 25 Paketstationen geplant – an stark frequentierten öffentlichen Plätzen. Eine weitere Kooperation mit dem Storage-Anbieter Myspace ist schon in trockenen Tüchern. Österreichweit sollen es mehrere hundert werden. In Gespräch ist man neben Märkten wie Merkur auch mit Tankstellenbetreibern.

Neben den Paketstationen setzt DHL auf Paketshops. Diese werden nicht eigenbetrieben, sondern befinden sich etwa in Copyshops oder Trafiken. 1.000 hat DHL Paket Österreich bislang. Zum Vergleich: Die Post mit einem Marktanteil von 80 Prozent bei der Paketzustellung hat 1.800 Geschäftsstellen, davon sind rund 500 Postämter.

Auch die Post setzt auf Partnerschaften und hat neben Abholstationen in Filialen auch solche außerhalb – etwa an OMV-Tankstellen oder in Lebensmittelgeschäften – eingerichtet. 20 solcher Stationen gibt es insgesamt, rund 93.000 Sendungen werden monatlich in diesen "Outlets" eingelegt. Anders als bei diesen Abholstationen können Kunden bei der DHL-Abholstation aber auch Retourwaren und vorfrankierte Pakete aufgeben.

Bewegung bei den Preisen

Was die Preise betrifft, so ist noch Bewegung zu erwarten. Die Tarife bei Lieferungen von Deutschland nach Österreich liegen derzeit um rund zehn Prozent unter denen der Österreichischen Post, im Privatkundensegment in Österreich um rund drei Prozent. Ob sie so niedrig bleiben, werde zu Weihnachten evaluiert, sagt Birnstingl. Eine Erhöhung schließt er nicht aus.

An den 17 Firmenstandorten von DHL Paket arbeiten zweieinhalb Monate nach dem Marktstart 100 Mitarbeiter, bis Jahresende sollen es 190 sein. 700 Fahrer stellen die Pakete zu, allerdings sind dies keine DHL-Beschäftigten, sondern Spediteure, so Birnstingl: "Wir arbeiten mit Unternehmen in einer Größenordnung von 30 bis 50 Mitarbeitern." Zum Marktantritt wurde ein dreistelliger Millionenbetrag investiert, so der DHL-Österreich-Chef.

Vor dem Einstieg von DHL in Österreich hat die Post die Pakete von Amazon, Zalando & Co an der Grenze von der DHL-Konzernmutter Deutsche Post übernommen und zu den österreichischen Haushalten transportiert. 60 Prozent des Paketaufkommens der Österreichischen Post aus dem Online-Handel kommen aus Deutschland. Mittlerweile hat auch die Post ihr Service massiv ausgebaut, stellt auch am Samstag zu, hat 300 Selbstbedienungszonen und Paketkästen in Mehrparteienhäusern. (rebu, 23.11.2015)

  • Auf die Idee, Haustierchen zu verschicken, kommt hoffentlich niemand.
    foto: ap/steffen

    Auf die Idee, Haustierchen zu verschicken, kommt hoffentlich niemand.

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