Wachsender Onlinehandel lockt Logistiker in die Zentren

23. November 2015, 12:14
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Wiens Süden laut aktuellem Industrie- und Logistikmarktbericht von Otto Immobilien weiter attraktiv

Der wachsende Onlinehandel samt Trend zur "Same Day Delivery" lässt immer mehr Dienstleister näher zum Kunden rücken. Die Nachfrage nach modernen Logistikflächen in zentralen Lagen der Großstädte ist aktuell daher hoch und wird weiter steigen, heißt es in einem neuen Marktbericht für Industrie- und Logistikimmobilien der Otto Immobilien Gruppe.

In Wien sind die attraktivsten Lagen für Industrie- und Logistikimmobilien demnach der Süden, der Südosten sowie das Umland. Rund 80 Prozent der lokalen Flächennachfrage konzentriere sich auf dieses Gebiet, schreibt Tina Steindl, Otto-Expertin für Industrie- und Gewerbeflächen. "Das Gebiet besticht durch seine Verkehrsanbindung direkt am Schnittpunkt der Autobahnen nach Westen, Süden, Osten sowie den Norden Europas." Allerdings habe sich das Flächenangebot hier in den vergangenen Jahren, "bedingt durch Betriebsansiedlungen und Umwidmungen von Grundstücken zu Wohnwecken", zunehmend verringert.

Gesucht: Moderne Flächen über 5.000 m²

Deutlich zugelegt hat nach Angaben von Otto Immobilien die Nachfrage nach modernen Logistikflächen von mehr als 5.000 m². Demgegenüber stehe ein hohes Angebot an Bestandsobjekten, die allerdings die steigenden Anforderungen der Nutzer hinsichtlich Ausstattung und Beschaffenheit oft nicht erfüllen könnten.

Wie auch auf dem restlichen österreichischen Markt ist im Raum Wien der Anteil der Eigennutzer im internationalen Vergleich hoch. Bei Otto ortet man derzeit aber einen Trend zur Miete. "Da die vorhandenen Immobilien mehrheitlich nicht den zeitgemäßen Anforderungen entsprechen, wollen immer mehr Nutzer ein Projekt anmieten, das an ihre Bedürfnisse angepasst wird", so Alexander Fenzl, Leiter der Immobilienvermarktung Gewerbe bei Otto Immobilien. Der Kauf eines Grundstückes, um ein Gebäude selbst zu errichten, bzw. ein Bestandsgebäude selbst auf die individuellen Anforderungen zu adaptieren, sei hingegen leicht rückläufig. Die erhöhte Nachfrage nach Miete werde künftig auch die spekulative Errichtung von Logistikimmobilien positiv beeinflussen, meint Fenzl.

Mietpreisniveau: Wien unter europäischem Schnitt

Die Nettomieten für Logistikimmobilien im Raum Wien bewegen sich die Nettomieten nach Recherchen der Otto Immobilien Gruppe abhängig von Lage, Qualität und Ausstattung in einer relativ weiten Bandbreite zwischen 2,50 und 6 Euro pro Quadratmeter und Monat. "Die österreichische Bundeshauptstadt liegt damit im internationalen Vergleich unter dem europäischen Durchschnitt von 7,30 Euro pro m² und Monat", so Alexander Bosak, Leiter der Immobilien-Research bei Otto Immobilien. Logistikzentren an deutschen Standorten und in den großen Handelsmetropolen Westeuropas seien regelmäßig teurer, in angrenzenden osteuropäischen Staaten und Südeuropa etwas günstiger, so Bosak.

Für die Renditen am Standort Wien beobachtet man Werte zwischen 7 und 10 Prozent. Derzeit sind laut Otto Immobilien vor allem internationale institutionelle Investoren an modernen und nahezu vollvermieteten Objekten in guten Lagen interessiert. Die Leerstandsrate sei aufgrund mangelnder Erfassungssysteme und vieler eigengenutzter Objekte nicht exakt feststellbar, heißt es im Marktbericht. Bei modernen und zeitgemäßen Flächen werde aber auch künftig die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigen. (red, 23.11.2015)

  • Konsumenten wollen heute eine möglichst rasche Lieferung ihrer online bestellten Waren, das lässt die Logistik-Branche umdenken.
    foto: reuters/hanschke

    Konsumenten wollen heute eine möglichst rasche Lieferung ihrer online bestellten Waren, das lässt die Logistik-Branche umdenken.

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