21 Festnahmen seit Sonntagabend in Brüssel

23. November 2015, 17:23
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Von Verdächtigem Abdeslam fehlt weiter jede Spur – Sicherheitsrat tagte am Nachmittag

Brüssel – Bei dem groß angelegten Anti-Terror-Einsatz der belgischen Polizei sind seit Sonntagabend insgesamt 21 Verdächtige festgenommen worden. Außerdem habe es am Montag fünf weitere Hausdurchsuchungen in Brüssel sowie zwei im Raum der ostbelgischen Stadt Lüttich gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft laut "Le Soir" weiter mit. Demnach wurde bei den Einsätzen eine Geldsumme von 26.000 Euro entdeckt.

Der gesuchte Saleh Abdeslam befindet sich jedoch nicht unter den in Belgien Festgenommenen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass Abdeslam sich am August in Italien aufgehalten hat. Vor rund zwei Monaten war er in Deutschland und Österreich.

Die belgische Staatsanwaltschaft wies zurück, dass ein am Sonntagabend bei Lüttich kontrollierter und angeblich nach Deutschland entkommener BMW im Zusammenhang mit dem laufenden Anti-Terror-Einsatz nach den Anschlägen von Paris steht. Zwar habe der Lenker eines solchen Autos bei einer Polizeikontrolle die Flucht ergriffen, Untersuchungen hätten aber ergeben, "dass es keinerlei Verbindung mit dem laufenden Einsatz gab".

Höchste Terrorwarnstufe bleibt aufrecht

Die Behörden hatten am Sonntagabend beschlossen, die höchste Terrorwarnstufe in der belgischen Hauptstadt und in der flämischen Gemeinde Vilvorde aufrecht zu halten. Schulen, Universitäten, Einkaufszentren und die U-Bahn blieben am Montag weiter geschlossen, in den Straßen patrouillierten Polizisten und Soldaten. Die Botschaften der USA und Kanada verkündeten über den Kurznachrichtendienst Twitter, ihre Botschaften am Montag nicht zu öffnen. Die normalerweise verstopfte vierspurige Rue de la Loi Richtung Zentrum war nur gering befahren.

Einen falschen Bombenalarm gab es indes vor dem Krankenhaus Saint-Pierre in der Brüsseler Innenstadt, wie "Le Soir" berichtete. Es wurde ein verdächtiges Paket gefunden, worauf die Sicherheitsmaßnahmen kurzfristig rund ums Gebäude sowie im Spital selbst erhöht wurden.

In der EU-Kommission gab man sich bei der täglichen Informationsstunde zur Mittagszeit relativ entspannt. Im Gegensatz zum Rat, wo die Alarmstufe von "gelb" auf "orange" erhöht wurde und damit schärfere Sicherheitsvorkehrungen gelten, blieb in der Brüsseler Behörde, dem Berlaymont-Gebäude, die gelbe Stufe bestehen. Allerdings gebe es permanenten Kontakt mit den belgischen Sicherheitskräften, um notfalls erhöhte Sicherheitsmaßnahmen treffen zu können. Ein Sprecher der Kommission sagte zum Schluss, er wünsche allen "eine sichere Woche".

Am Nachmittag hat erneut der Nationale Sicherheitsrat aus Regierung, Polizei und Sicherheitsbehörden, über weitere Maßnahmen beraten. Nach der Sitzung, die um 15.30 Uhr begonnen hatte, will die Regierung die Bevölkerung informieren. (APA, 23.11.2015)

  • Schwerbewaffnete Soldaten am Brüsseler Hauptbahnhof.
    foto: afp photo / emmanuel dunand

    Schwerbewaffnete Soldaten am Brüsseler Hauptbahnhof.

  • Justizsprecher Van der Sijpt kann wenig Erbauliches mitteilen.
    foto: epa/olivier hoslet

    Justizsprecher Van der Sijpt kann wenig Erbauliches mitteilen.

  • Grand-Place in Brüssel in der Nacht auf Montag.
    foto: reuters/yves herman

    Grand-Place in Brüssel in der Nacht auf Montag.

  • Soldaten vor dem Kommissionsgebäude in Brüssel.
    foto: reuters/yves herman

    Soldaten vor dem Kommissionsgebäude in Brüssel.

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