OECD-Studie: Schwache Bildungsdynamik, starke berufsbildende Schulen

24. November 2015, 11:00
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Topnoten für Berufsbildung in Österreich, aber insgesamt gelingt es auffällig wenigen Jungen, höhere Bildung als ihre Eltern zu erlangen

Wien – Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat wieder einen genaueren Blick auf die Bildungssysteme der 34 OECD-Länder sowie zwölf Partnerländer geworfen. In der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie "Education at a Glance 2015", die heute, Dienstag, präsentiert wird, gibt es für Österreich eine durchwachsene Zustandsbeschreibung: In zwei Themenbereichen findet sich Österreich abgeschlagen am hinteren Ende – bei der Bildungsmobilität zwischen den Generationen und bei der Verteilung der Studienanfänger im Erststudium. Außerdem auf der Negativseite zu verbuchen: In Österreich geht im Schulbereich die "rapide Alterung" der Lehrerschaft weiter, und die Lehrergehälter sind im Vergleich mit anderen Ländern nach wie vor "sehr hoch".

Eine vorbildliche Rolle spielt Österreich hingegen – fast schon traditionell – mit seinem System der beruflichen Bildung. Denn der Anteil jener jungen Menschen, die weder in Beschäftigung noch in Ausbildung (not in education, employment or training, NEET) sind, liegt weit unter dem OECD-Schnitt.

Das zeigt, dass in Österreich der Übergang in den Arbeitsmarkt außerordentlich gut oder, wie die OECD-Analysten schreiben, "reibungsloser" als andernorts gelingt – "vor allem dank des Systems der Berufsbildung". Dazu kommt, dass hierzulande ein berufsbildender Schulabschluss deutliche Vorteile bei der Jobsuche bringt.

Für einen Platz ganz vorn reicht es auch bei der Attraktivität der heimischen Universitäten, die im OECD-Vergleich eine überdurchschnittliche Anziehungskraft für internationale Studierende haben.

foto: htl bregenz
Den berufsbildenden Schulen – im Bild eine Praxisszene aus der HTL Bregenz – stellt die OECD-Analyse "Education at a Glance" ein hervorragendes Zeugnis aus. Die letzten Klassen der fünfjährigen BHS mit Matura zählen übrigens als "Kurzstudium" zu den Tertiärabschlüssen.

Nun zu den konkreten Ergebnissen:

Aufwärtsmobilität im Bildungsbereich:

Während im OECD-Durchschnitt insgesamt 32 Prozent der 25- bis 34-Jährigen den Bildungsabschluss ihrer Eltern übertrafen (22 Prozent mit einem Studium, zehn Prozent mit einem Abschluss im Sekundarbereich II, also höhere Schule mit Matura), waren es in Österreich nur 21 Prozent: "Dies ist einer der niedrigsten Werte der OECD-Länder", heißt es im Österreich-Report. Ein Fünftel fährt bildungsmäßig sogar hinunter und macht einen formal niedrigeren Bildungsabschluss als die Eltern.

Noch geringer (unter Abzug jener, die einen Abschluss im Sekundarbereich oder postsekundaren, nicht tertiären Bereich gemacht und damit ihre Eltern überrundet haben) – nämlich nur halb so hoch wie der OECD-Schnitt (22 Prozent)– ist die Aufwärtsrate, wenn es darum geht, als Erste/r in der Familie ein Studium abzuschließen: Das gelingt in Österreich nur elf Prozent. Die OECD-Schlussfolgerung dazu lautet: "Die Aufwärtsmobilität im Bildungsbereich ist weiterhin bemerkenswert schwach ausgeprägt."

Ebenfalls sehr niedrige Werte weisen Deutschland mit 14 Prozent sowie Tschechien, Schweden und die USA mit jeweils 15 Prozent auf. Eine Erklärung für diesen geringen Anteil junger Erwachsener, die zur ersten Generation mit Tertiärabschluss zählen, ist laut OECD-Analysten möglicherweise, dass sich in Österreich, Deutschland und Tschechien "ein großer Anteil der Bildungsteilnehmer für einen beruflichen Bildungsgang" entscheidet.

In Ländern wiederum, in denen der Anteil der älteren Erwachsenen mit Studienabschluss bereits hoch ist – dazu gehören die USA, aber auch Deutschland (46 Prozent, OECD-Durchschnitt 36 Prozent) –, gibt es auch weniger Spielraum für Mobilität nach oben.

Die OECD betont das Thema der sozialen Mobilität deswegen so stark, weil Bildung wegen ihrer starken Auswirkungen auf Beschäftigung, Einkommen, aber auch allgemeinen Wohlstand und persönliches Wohlergehen der Individuen "Ungleichheiten in der Gesellschaft reduzieren – aber auch aufrechterhalten kann".

Wer dann jedoch einen höheren Bildungsabschluss erworben hat, kann unabhängig vom Bildungsabschluss der Eltern mit guten Beschäftigungschancen und einem höheren Einkommen rechnen. Sehr wohl hat das Elternhaus hingegen einen Einfluss darauf, ob jemand eine hohe Lesekompetenz entwickelt. Hier erhöht in Österreich ein Hochschulabschluss der Eltern die Wahrscheinlichkeit, zu den sehr guten Leserinnen und Lesern zu gehören, um 20 Prozentpunkte: "Dieser Effekt ist einer der größten unter den OECD-Ländern."

foto: apa/pfarrhofer

Studienanfänger/-innen

Laut OECD kann davon ausgegangen werden, dass in Österreich 57 Prozent der jungen Erwachsenen im Laufe ihres Lebens ein tertiäres Bildungsprogramm besuchen werden (OECD-Schnitt 60 Prozent), mit den internationalen Studierenden kommt man auf eine Anfängerquote von 74 Prozent. Dass fast ein Viertel aller Studierenden in Österreich aus dem Ausland kommt, ist übrigens einer der größten Anteile im OECD-Vergleich.

Wenn in Österreich jemand ein Studium beginnt, dann ist das überdurchschnittlich oft (44 Prozent) nur ein Kurzstudium, laut OECD-Report ist das "einer der höchsten Werte unter den OECD-Ländern". Er ist mehr als doppelt so hoch wie im OECD-Schnitt, der bei rund 18 Prozent Kurzstudiumanfängerinnen und -anfängern liegt.

Umgekehrt hat Österreich unter den verglichenen Ländern einen sehr niedrigen Anteil an Studierenden, die ein reguläres Bachelorstudium (37 Prozent) beginnen. 19 Prozent der Erstanfängerinnen und Erstanfängern beginnen ein Master- oder Diplomstudium.

grafik: apa
Die Akademikerquote liegt knapp unter dem OECD-Durchschnitt.

Zur Erklärung: Was gilt als "Kurzstudium"? Darunter fallen zwei- bis dreijährige Ausbildungen, die im Jahr 2011 in einem gemeinsamen Prozess zur Klassifizierung von Bildungsprogrammen von Eurostat, OECD und den Ländern als "Kurzstudium" definiert wurden. Neben Kollegs und Meisterschulen fallen in diese Kategorie demnach auch alle fünfjährigen höheren Schulen mit Matura, die also eine Zugangsberechtigung zum Hochschulstudium erteilen: Das sind Handelsakademien (HAK), Höhere Technische Lehranstalten (HTL) oder Höhere Schulen für wirtschaftliche Berufe, wenn diese erfolgreich abschlossen werden. Der Maturaabschluss einer AHS gehört dagegen zur Sekundarstufe II.

Österreich ist mit seinem besonders hohen Kurzstudienanteil nicht alleine, in Chile etwa liegt der Anteil der Kurzstudierenden noch über dem Wert von Österreich, auch die Türkei oder die USA haben teilweise sehr hohe Anteile. In einigen Ländern, zum Beispiel Finnland, Estland, Griechenland und Portugal, gibt es diese Studienkategorie wiederum gar nicht.

Was die akademischen Abschlüsse anlangt, fallen laut dieser Kategorisierung ungefähr die Hälfte aller Erwachsenen mit Tertiärausbildung in Österreich, aber auch in Kanada, in die Gruppe der Kurzstudienabsolventinnen und -absolventen, zum Beispiel auch die HTL-Ingenieure. In Polen oder Tschechien hat nur ein Prozent der Erwachsenen mit einem Tertiärabschluss ein Kurzstudium als Qualifikation.

Und während im OECD-Schnitt 27 Prozent der 25- bis 64-Jährigen einen Bachelorabschluss haben, liegt Österreich mit Chile, Frankreich, Italien, Mexiko und der Türkei mit weniger als 20 Prozent deutlich darunter, Belgien und Luxemburg mit über 35 Prozent hingegen darüber.

Insgesamt stieg der Anteil von Personen mit Tertiärabschluss unter jungen Erwachsenen in Österreich kontinuierlich von 31 Prozent im Jahr 2005 auf 38 Prozent im Jahr 2014 – das ist aber noch immer unter dem OECD-Mittel, das 2014 bei 41 Prozent Akademiker/-innen lag.

foto: apa/fohringer

Chancengerechtigkeit

Unter dem Kapitel Chancengerechtigkeit lobt die OECD Österreich, denn hier war 2014 der Anteil der sogenannten NEETs, der "not in education, employment or training" befindlichen 20- bis 24-Jährigen, mit zwölf Prozent weit unter dem OECD-Mittelwert von 17,9 Prozent. Die NEETs, die weder Beschäftigung haben noch in Ausbildung sind, sind für die OECD eine "Maßzahl für die Schwierigkeit junger Menschen, einen Job zu finden".

In diesem Zusammenhang gibt es auch gleich die nächste gute Note für Österreich: "Zusammen mit Deutschland und Island weist Österreich die besten Beschäftigungschancen für Absolvent/-innen der Sekundarstufe II oder einer postsekundären, nichttertiären Ausbildung auf." 84 Prozent dieser Schulabsolventinnen und -absolventen konnten 2013 im Jahr nach dem Abschluss eine Beschäftigung finden. Das liegt weit über dem OECD-Mittelwert von 61 Prozent und ist für die OECD-Studienautorinnen und -autoren ein Beweis dafür, dass der Übergang von der Ausbildung in die Arbeitswelt "reibungsloser als in anderen OECD-Ländern, vor allem dank des Systems der Berufsbildung" verläuft. Noch bessere Berufsaussichten haben nur Hochschulabsolventinnen und -absolventen.

Insgesamt haben etwas 90 Prozent der 25- bis 34-Jährigen in Österreich einen Abschluss der Sekundarstufe II (OECD-Mittelwert 83 Prozent), die Mehrheit, nämlich 70 Prozent, eine berufsbildende Ausbildung (OECD-Mittelwert 46 Prozent). Die Hälfte wiederum absolviert eine Ausbildung im dualen System, also eine Lehre, die Schule und Berufspraxis verbindet.

Diese beruflich orientierte Ausbildung ist jedenfalls lohnenswert, denn, so schreiben die OECD-AnalystInnen, Schulabsolventinnen und -absolventen mit berufsbildendem Abschluss haben im Vergleich zu einem AHS-Abschluss eine um 15 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit auf Beschäftigung (85 Prozent versus 70 Prozent). Das ist höher als im OECD-Vergleich, wo der Vorteil für berufsbildende Schulabschlüsse zehn Prozentpunkte beträgt.

Im Chancengerechtigkeitskapitel listet die OECD auch auf, dass Frauen zwar im Bachelorstudium 60 Prozent der Absolventen stellen, beim Master bzw. im Doktoratsstudium dann aber auf 55 Prozent (OECD-Mittelwert 56 Prozent) bzw. 44 Prozent (OECD-Mittelwert 47 Prozent) zurückfallen.

Außerdem heben die Autorinnen und Autoren der OECD hervor, dass Frauen in Österreich bei den Absolventen naturwissenschaftlicher Fächer mit 33 Prozent Anteil und bei Ingenieurs-, Fertigungs- und Bauwesenstudien mit 21 Prozent ebenfalls unter den OECD-Mittelwerten von 39 bzw. 24 Prozent liegen.

Was die Beschäftigungsquote anlangt, ist die Geschlechterdifferenz in Österreich auf allen Bildungsstufen eine der niedrigsten der OECD-Länder. Für Personen mit Hochschulabschluss beträgt sie vier Prozentpunkte (83 Prozent für Frauen, 87 Prozent für Männer), im OECD-Schnitt beträgt die Differenz neun Prozentpunkte zugunsten der Männer.

Einen noch größeren Vorsprung haben Männer jedoch nach wie vor bei den Einkommen. "Unabhängig von der Bildungsstufe haben Frauen niedrigere Einkommen als Männer", heißt es im OECD-Report. In Österreich verdient eine Frau zwischen 35 und 44 mit Studienabschluss 71 Prozent dessen, was ein Mann im gleichen Alter und mit dem gleichen Bildungsabschluss verdient (OECD-Mittelwert 74 Prozent).

foto: dpa/wolfram

Lehrerinnen und Lehrer

Zum Schulbereich lautet der internationale Vergleichsbefund erneut: "Österreichs Lehrerschaft altert rapide." Der Anteil der Lehrerinnen und Lehrer im Sekundarbereich, die älter als 50 Jahre sind, hat sich zwischen 2005 (26 Prozent) und 2013 (45 Prozent) um 19 Prozentpunkte erhöht – das ist die größte Zunahme der OECD-Länder mit vergleichbaren Daten. Es bestätigt die anstehende große Pensionierungswelle in den nächsten Jahren.

Im Vergleich dazu Deutschland, das folgenden Befund erhält: "Die Lehrerschaft in Deutschland wird deutlich jünger." Es ist das Land, das nach Italien "eine der ältesten Lehrerschaften unter den OECD-Ländern" aufweist, aber den Trend umdrehen konnte. Der Anteil der über 50-jährigen Lehrerinnen und Lehrer im Sekundarbereich ist zwischen 2006 und 2013 um vier Prozentpunkte von 53 auf 49 Prozent gesunken. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der unter 40-Jährigen von 21 auf 27 Prozent.

foto: dpa/seidel

Lehrergehälter

Zu den Einkommen der österreichischen Lehrerinnen und Lehrern heißt es im OECD-Bericht: "Verglichen mit den OECD- und Partnerländern sind die gesetzlichen bzw. vertraglich vereinbarten Lehrergehälter in Österreich sehr hoch." Ja, sie liegen "in allen Bildungsbereichen unter den höchsten der OECD-Länder".

Im Vergleichsjahr 2013 verdienten Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe II (also nach der Unterstufe) am Ende der Gehaltsskala 74.195 US-Dollar (69.680 Euro) "und damit mehr als im Mittel der OECD-Länder von 52.822 US-Dollar (49.610 Euro)". Generell gilt in Österreich, dass über alle Bildungsbereiche hinweg die Höchstgehälter am Ende der Karriere "etwa doppelt so hoch wie die Anfangsgehälter" sind. Im OECD-Mittel wird eine Steigerung des Einkommens im Verlauf der Berufsbiografie von 60 Prozent ausgewiesen.

Die OECD-Analysten weisen allerdings darauf hin, dass sich mit dem neuen Lehrerdienstrecht, das eine "Reform der Gehaltsstruktur eingeleitet" habe, "die Differenz zwischen Anfangs- und Endgehältern reduzieren wird". Diese Auswirkungen würden "in den nächsten Ausgaben von 'Bildung auf einen Blick' sichtbar werden".

Zu den Lehrergehältern ist auch noch zu sagen, dass die inflationsbereinigten Realgehälter nach einer Steigerung in den Jahren zwischen 2006 und 2010 dann zwischen 2010 und 2013 aber abgenommen haben. Und, darauf weist die OECD auch hin, die Einkommen im Schulbereich "liegen unter jenen von TertiärabsolventInnen in anderen Berufsfeldern".

So verdienen etwa Lehrerinnen und Lehrer mit einem Uniabschluss, die in der Unterstufe unterrichten, am Karriereanfang 84 Prozent von dem, was gleichaltrige Personen mit einem Uniabschluss in anderen Branchen verdienen. Lehrerinnen und Lehrer in der Sekundarstufe II, also in höheren Schulen, könnten in anderen Bereichen auch etwas mehr auf dem Gehaltzettel stehen haben, ihr Einkommenswert liegt bei 92 Prozent vom Einkommen, das sie als Akademikerinnen und Akademiker in anderen Berufsfeldern verdienen könnten.

foto: apa/schlager

Klassengrößen

Laut OECD ist die "Verhältniszahl von Kindern zu pädagogischem Personal ein Indikator für die Ressourcen, die für Bildung aufgewendet werden". Demnach hat Österreich im frühkindlichen Bereich mit im Schnitt neun Kindern auf eine Pädagogin oder einem Pädagogen bzw. 14 Kindern im vorschulischen Bereich ein "nur durchschnittliches" Verhältnis, während für den Schulbereich durchschnittlich "weniger SchülerInnen pro LehrerIn als in fast allen anderen OECD-Ländern" konstatiert werden. Die Klassengrößen in Österreich sind demnach im Grundschulbereich mit 18 zu 21 Kindern im OECD-Mittel und mit 21 Schülerinnen und Schülern im Sekundarbereich I (10 bis 14 Jahre) zu 24 im OECD-Mittelwert im Schnitt kleiner.

foto: reuters/pfaffenbach

Frühkindliche Bildung

Etwa eine/r von drei (34 Prozent) Zweijährigen besucht einen Kindergarten, das ist etwas unter dem OECD-Mittelwert von 39 Prozent. Von den Dreijährigen sind zwei von drei im System der frühkindlichen Bildung, und die unter Vierjährigen, die die Regierung nun ja im Rahmen der Bildungsreform zu einem zweiten Kindergartenjahr verpflichten will, sind ohnehin bereits fast alle im Kindergarten (91 Prozent); bis zum Alter von fünf Jahren steigt dieser Kindergartenbesuchsanteil auf 96 Prozent.

foto: dpa/gebert

Bildungsausgaben

Was bei Österreichs Bildungsausgaben extra erwähnt wird, ist, dass sie geprägt sind "von einem System des fiskalischen Föderalismus und dem Überwiegen öffentlicher Aufgaben". So werden die Bildungsausgaben der regionalen Ebene "durch Umverteilung der Mittel des Bundes" um 36 Prozentpunkte erhöht, "einer der höchsten Zuwächse der OECD-Länder". Die Bildungsausgaben sind "weiterhin in allen Bildungsbereichen hoch, gemessen an den Pro-Kopf-Ausgaben je SchülerIn bzw. Studierender/m".

Im Schnitt gibt Österreich von der Volksschule bis zur Universität pro Kopf 13.189 US-Dollar (12.390 Euro) aus, was weit über dem OECD-Mittel von 10.220 US-Dollar (9600 Euro) liegt. Besonders in den Sekundarbereich fließt viel Geld, 13.806 US-Dollar (12.970 Euro) pro Schülerin und Schüler ist einer der höchsten Werte in den OECD-Ländern.

Traditionell gering ist der private Anteil zur Finanzierung des Bildungsbereichs etwa durch Studiengebühren (vier Prozent vs. OECD-Mittel neun Prozent). Im Hochschulsektor stammen im OECD-Schnitt 30 Prozent aus privaten Quellen, in Österreich sind es 4,7 Prozent, nimmt man 21 teilnehmende EU-Staaten, beträgt der Privatanteil 21,9 Prozent.

Sieht man sich an, wofür Österreich sein erwirtschaftetes Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausgibt, dann investiert es "einen geringeren Anteil seines Wohlstands und seines Budgets in Bildung als andere Länder", ist in der OECD-Analyse zu lesen. Demnach fließen 4,9 Prozent des BIP in Bildungseinrichtungen (OECD-Schnitt 5,3 Prozent), etwa 3,1 Prozent davon in den Schulbereich (OECD-Mittel 3,7 Prozent).

Von den gesamten öffentlichen Ausgaben wird weniger als ein Zehntel (9,6 Prozent) für Bildung aufgewendet. Vergleicht man diesen Wert mit dem Durchschnitt der anderen Industrieländer, die zur OECD gehören, ist das weniger, weil die OECD-Länder im Schnitt 11,6 Prozent ausgeben. Nimmt man allerdings jene OECD-Staaten, die auch EU-Mitglieder sind, liegt Österreich schon fast beim Durchschnitt von zehn Prozent, die dort für Bildung ausgegeben werden. (Lisa Nimmervoll, 24.11.10)

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