Land unter für den LASK bei Liefering

20. November 2015, 22:33
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Inferiore Linzer gehen in einer Wasserschlacht in Grödig gegen eine höchst engagierte Red-Bull Filiale 0:4 unter. Das klärt einige Fragen

Grödig/Wien – Auweh. Die vergangenen zwei Tage waren richtig hart. Weit und breit kein Fußball auf der Mattscheibe. Sofern man nicht, verdurstend, irgendeinem exotischen Unterliga-Kick jenseits des Horizontes frönte (Live Stream aus Indien, Ägypten?). Was tun? Sich laufend News über die Nachwehen des Pariser Terrors reinziehen? Lieber nicht. Sich von der Couch hieven, selbst sporteln? Sei’s drum. Freitags wurde in der Ersten Liga angepfiffen: LASK gegen Liefering.

Ein Duell mit der Land-Filiale von Red Bull, das ist eine angekündigte Nervenüberreizung. Die Lieferinger begannen heuer schwach, weil Klubvater FC Salzburg wegen Verletzungen viele Spieler abzog. Der LASK traf erst in der neunten Runde auf die Juniors, die zu diesem Zeitpunkt wieder vollzählig waren. Beim 1:2 kamen Oberlin, Laimer, Atanga, Prevljak und Sørensen zum Einsatz, die davor schon für Salzburg in der Champions-League-Qualifikation gespielt hatten.

Zuletzt verzichtete Liefering aber auf Schlüsselspieler, die Youth League rief. Nun ging es wieder in stärkster Formation um drei Punkte. Wettbewerbsverzerrung? Diese Frage beschäftigt LASK-Trainer Glasner nicht. "Liefering macht das schon seit Jahren so. Ich kann mich nicht in die Aufstellung des Gegners einmischen."

Sintflut

Es schüttete wie aus Schaffeln in Grödig, die Bedingungen waren grenzwertig. Keine zwei Minuten waren verwichen, da blieb ein schwacher Rückpass des Lieferinger Verteidigers Upamecano im waschelnassen Rasen picken. Goalie Airton eilte heraus, der LASK brachte den Ball aus 35 Metern nicht ins leere Tor hinein.

Achte Minute: Der Ghanaer Atanga läuft nach schwerem LASK-Stellungsfehler in den 16er ein, zwirbelt die Frucht aber stümperhaft über das Linzer Gehäuse. Das ging wenig später schon besser: Einem kollektiven Gestolper entstammt in der 19. Minute das zweite Saisontor von Okugawa. Per schönem Fersler von Oberlin in die Tiefe geschickt, überlupft der Japaner LASK-Goalie Pervan.

26. Minute: Lieferings Wiesinger ist ein Umschaltbiest. Der Kapitän dribbelt ungestört über 20 Meter schwierigstes Terrain, der LASK lässt sich in Unterzahl weit zurückfallen und einen sehenswertem Weitschuss zum 2:0 zu. Nur vier Minuten später küsst ein Salzburger Lupfer die Linzer Latte.

Statement

Der LASK war erschreckend harmlos. Die erste und einzige Chance für die Oberösterreicher in der ersten Halbzeit: Ein Kopfball von Rene Gartler in der 39. Minute. Es war eh schon kalt und alle Spieler waren waschelnass, aber die Extra-Dusche holten sich die Linzer unmittelbar vor dem Pausentee. Ein Salzburger Bilderbuch-Konter, dessen Schönheit die nassen Kamera-Objektive eines österreichischen Bezahlfernseh-Senders nur schemenhaft einfangen konnte: Drei, vier schnelle Zuspiele aus der eigenen Hälfte, ein nur indirektes Abseits und einen Stangelpass später, stand es 3:0 durch Prevljak. Drops gelutscht.

Damit ist auch eine Sache geklärt. Wenn Liefering in seinem besten Anzug aufläuft und Lust hat, dann herrscht ein Klassenunterschied zum Rest der Liga. Punkt.

In der zweiten Halbzeit glaubte niemand mehr beim LASK an ein Happy Ending. Also wechselte Trainer Glasner auch konsequent. Rene Gartler ging als Erster. Zur Schonung für das Nachtragsspiel am Dienstag beim FAC in Wien.

Der Ball bahnte sich seinen Weg von einer in die nächste Lacke. Das erste Tor nach einer Ecke in dieser Saison für Liefering brachte das 4:0 durch den Koreaner Hwang. Bei besseren Bedingungen hätte der Sieg für die Salzburger auch höher ausfallen können. Eine Vorstellung, bei der es den Linzern noch Stunden nach dem Schlusspfiff kalt den Rücken herunter läuft. Der LASK als Aufstiegsfavorit? So nicht. (Florian Vetter, 20.11.2015)

Erste Liga, 18. Runde

  • FC Liefering – LASK Linz 4:0 (3:0) Das.Goldberg-Stadion, SR Schörgenhofer.
    Tore: Okugawa (19.), Wiesinger (26.), Prevljak (44.), Hwang (73.)
  • Es war eine kuriose Wasserball-Schlacht in Grödig.
    foto: ap/schalit

    Es war eine kuriose Wasserball-Schlacht in Grödig.

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