Asbest auf Görtschitztaler Ackerflächen könnte von Zementwerk stammen

20. November 2015, 16:54
9 Postings

Kärntner Zementwerk Wietersdorf nennt vier weitere Verdachtsflächen – Gefundener Asbest vermutlich Produktionsabfall des Werks

Eberstein – Das Zementwerk Wietersdorf, das zuletzt als Verursacher des HCB-Skandals im Kärntner Görtschitztal Bekanntheit erlangte, hat sich am Freitag via Aussendung als mögliche Quelle des auf einem Acker im Tal gefundenen Asbests geoutet. Es handle sich demnach um Produktionsabfälle, die vor Jahrzehnten dort und auf zumindest vier weiteren Flächen abgelagert wurden, was damals noch legal gewesen sei.

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hatte am Mittwoch Alarm geschlagen, weil man eine Asbest-Verunreinigung auf einem Acker in Eberstein festgestellt hatte. Im Zementwerk Wietersdorf wurde Asbest von 1917 bis ins Jahr 1977 verarbeitet. Nach der Bekanntgabe der Umweltschützer habe man ins Archiv geschaut und die weiteren möglichen Ablagerungsorte ausgemacht, sagte eine Unternehmenssprecherin zur APA. "Es war damals weltweit üblich, Produktionsabfälle in Mulden zu verbringen." Bei den nun fünf Flächen muss es nicht bleiben, die Recherchen in den Wietersdorfer-Archiven gehen weiter. Man sei um Transparenz bemüht, die Informationen seien der Behörde bereits mitgeteilt, so die Sprecherin.

Beim Land Kärnten hatte man in einer ersten Reaktion auf den Asbest-Fund gemeint, es handle sich möglicherweise um alten Bauschutt, der vor vielen Jahren dort in einer Mulde abgelagert worden war. Eine Untersuchung wurde angeordnet. Global 2000 erklärte in einer Aussendung am Freitag dazu, dass es sich laut einem Amtsgutachten jedenfalls nicht um Bauschutt handle. Die Umweltschützer fordern eine Erkundung der Asbest-Ablagerungen und geeignete Sanierungsmaßnahmen. (APA, 20.11.2015)

Share if you care.