Wir gehen im Gasthaus allein aufs Klo!

20. November 2015, 17:00
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Kleine Hommage an den männlichen Genius

Wenigstens eine Sache gab es diese Woche zu feiern: den Internationalen Männertag am 19. November. 1999 ins Leben gerufen, dient er der Würdigung des geschweiften Geschlechtes und seiner gesellschaftlich zu wenig wahrgenommenen charmanten Eigenschaften. Wenigstens ein Tag im Jahr, an dem wir nicht den Schwanz einziehen müssen!

Gäbe es uns Männer nicht, man müsste uns erfinden. Ein schöner alter deutscher Schlagertext zeigt auf, dass selbst eine männergeplagte Damenschaft das genau so sieht ("Die Männer sind alle Verbrecher, ihr Herz ist ein finsteres Loch, hat tausend verschiedne Gemächer, aber lieb, aber lieb sind sie doch").

Im Gegensatz zu Frauen haben wir Humor (Mario Barth!), Selbstironie und das Talent zu großartigen Wortspielen ("Frauen haben jeden Monat ihre Tage; Wir haben am 19. 11. Männertag"). Zudem sind wir ökonomisch relevant. Als tragende Säule des globalen Bier- und Weinkonsums sorgen wir für stabile Beschäftigung in der Alkoholindustrie. Überließe man das Saufen den Frauen, könnten weltweit 90 Prozent aller Brauer- und Winzereien zusperren. Wir können im Gasthaus allein aufs Klo gehen und im Winter problemlos Sätze in den Schnee pischen (bei guter Blasenstärke und Schulbildung sogar längere). Daher ja der ständige Penisneid.

Wir schonen die Sozialversicherung. Kaum juckt es eine Dame dezent an den Dutterln, wird sofort das ganze Angebot vom Haus- bis zum Facharzt in Anspruch genommen. Ein Mann überlegt sich selbst bei faustgroßen Geschwüren am Gemächt, ob er zum Doktor gehen soll. Motto: Nur ja nicht dem Sozialstaat leichtfertig auf der Tasche liegen! Und beim letalen Herzinfarkt, der Lieblingstodesart jedes Gesundheitsökonomen, liegen wir noch meilenweit vor unseren weiblichen Mitsterblichen.

Trotz all dieser virilen Vorzüge müssen wir es immer wieder erleben, dass Sie, meine Damen, uns unter dem Vorwand des Feminismus eine Goschn anhängen: den Klodeckel nicht hochgeklappt, das Vorspiel zu kurz, die Bierfahne zu lang, zu viel Fußball, zu wenig Gefühle. Aber Obacht! Wenn uns der Geduldsfaden reißt, werden wir bis zum nächsten Männertag viribus unitis darauf hinarbeiten, die durchgezipfelte Unisex-Landesregierung in Oberösterreich als gesamtösterreichisches Modell durchzusetzen. Schließlich hat man auch als Mann seinen Stolz. (Christoph Winder, 20.11.2015)

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