Lachs nur Vorbote: 30 genmanipulierte Fische warten auf US-Zulassung

20. November 2015, 12:19
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Global 2000 kritisiert, dass die Fische ohne Kennzeichnung auf den US-Markt kommen

Nachdem am Donnerstag bekanntgeworden ist, dass in den USA mit dem Lachs Aquadvantage Salmon erstmals ein gentechnisch verändertes Tierprodukt von der Arznei- und Lebensmittelbehörde FDA zugelassen wurde, warnt Global 2000 vor den Folgen. "Diese Entscheidung ist ein Dammbruch für weitere Lebensmittel von gentechnisch veränderten Tieren", sagte Global-2000-Sprecherin Heidemarie Porstner am Freitag.

Denn neben dem Lachs, der fast doppelt so schnell wächst wie herkömmliche Tiere, warten 30 weitere gentechnisch veränderte Fische – neben anderen Tieren wie Kühen – auf ihre Zulassung, berichtete die Umweltorganisation in einer Aussendung. Für Konsumenten herrscht dabei keine Entscheidungsfreiheit, ob sie den genmamipulierten Lachs konsumieren wollen, denn er kommt ohne Kennzeichnung auf den Markt.

Kritik: Mangelhafte Untersuchungen

Global 2000 kritisiert zudem die mangelhafte Sicherheitsbewertung der FDA, da der gentechnisch veränderte Lachs auch von unabhängigen Wissenschaftern in den USA als bedenklich eingeschätzt worden sei. Laut der Partnerorganisation der NGO, Friends of the Earth US, wurde die Bedenklichkeit für den Verzehr als Lebensmittel nicht ausreichend untersucht. Ebenso könnte sich der gentechnische veränderte Lachs mit wildlebenden Lachsen kreuzen und in deren Populationen Schaden anrichten.

Auch der Handel scheint den Lachs nicht willkommen zu heißen: In den USA haben sich bereits mehr als 60 Lebensmittelketten mit 9.000 Filialen gegen den Verkauf des gentechnisch veränderten Lachses ausgesprochen, berichtet die Umweltorganisation. 1,8 Millionen US-Bürger hätten eine Petition gegen die Zulassung unterzeichnet.

Nicht zuletzt ist Gentechnik Thema in TTIP und CETA. Bei den beiden geplanten Handelsabkommen zwischen den USA beziehungsweise Kanada und der EU geht es zentral um die Frage der Lebensmittelstandards. "Das sollte einmal mehr ein Warnsignal sein, wenn es während der TTIP-Verhandlungen um die Angleichung beziehungsweise das gegenseitige Anerkennen von Lebensmittelstandards geht", sagt Porstner. (APA, 20.11.2015)

  • Global 2000 befürchtet, dass gentechnisch veränderter Fisch mit dem TTIP-Handelsabkommen auch in Europa landet. (Symbolbild)
    foto: epa/matt writtle

    Global 2000 befürchtet, dass gentechnisch veränderter Fisch mit dem TTIP-Handelsabkommen auch in Europa landet. (Symbolbild)

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