Europäische HIV- und Hepatitis-Testwoche gestartet

20. November 2015, 11:03
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Auch die Aids Hilfe Wien ist daran beteiligt – Ziel ist es, ein Bewusstsein für die breite Öffentlichkeit zu schaffen und Ärzte zu sensibilisieren

Mindestens jeder Dritte der etwa 2,3 Millionen mit HIV infizierten Menschen in Europa sei sich seiner Infektion nicht bewusst. Darauf wies die Aids Hilfe Wien anlässlich der heute (20. November) beginnenden HIV-und Hepatitis-Testwoche hin. Schließlich werde auch in die Hälfte aller HIV-Diagnosen spät gestellt, was einen späten Zugang zur Therapie mit sich bringt.

Ziel der Aktion ist die Optimierung des HIV/Hepatitis-Testangebots durch Informationen zu Übertragungsrisiken in der breiten Öffentlichkeit durch die Sensibilisierung von Ärzten zur Durchführung von Tests. Das mindert den individuellen Therapieerfolg und führt zu vermeidbaren Infektionen sowie höheren Behandlungskosten, heißt es von der Aids Hilfe.

Auch Hepatitis ist Thema

Die Europäische Testwoche widmet sich erstmals auch dem Thema Hepatitis. Insbesondere in der HIV-positiven Bevölkerung und bei Personen mit erhöhtem HIV-Risiko treten Infektionen mit Hepatits B- und/oder C-Viren häufig auf. In der WHO-Europa-Region leben ungefähr 13,3 Millionen Menschen mit Hepatitis B und 15 Millionen Menschen mit Hepatitis C. Undiagnostiziert und dementsprechend unbehandelt können diese Infektionen zu Leberschäden, zur Entwicklung von Leberzirrhose oder eines Karzinoms führen.

"Menschen mit einem erhöhten HIV- oder Hepatitis-Risiko müssen rasch Zugang zu niederschwelligen Testangeboten haben", sagte Philipp Dirnberger, Geschäftsführer der Aids Hilfe Wien. Er fordert darüber hinaus verstärkt präventive Maßnahmen: Menschen müssen über das Infektionsrisiko informiert werden und darüber, wie man sich vor einer Infektion schützt.

Im Rahmen der Testwoche haben sich die österreichischen Aids-Hilfen und die medizinischen Fachgesellschaften zu einer Initiative zusammengeschlossen. Neben einer umfassenden Information für Ärzte werden eine Reihe von Aktivitäten für Menschen mit erhöhtem Risiko durchgeführt. (APA, 20.11.2015)

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