Geheimdienste: Anonymous-Aktion könnte IS-Überwachung behindern

20. November 2015, 10:40
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Die Löschung von IS-Accounts könnte sich als Eigentor erweisen, warnen Sicherheitsexperten

Mit seiner Ankündigung, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) online zu bekämpfen, hat das Hackerkollektiv Anonymous für viel Aufsehen gesorgt. Tatsächlich meldeten die Aktivisten beträchtliche Erfolge, zigtausende Twitterprofile und viele Websites von Terrorsympathisanten sollen in den vergangenen Tagen gelöscht worden sein. Doch Sicherheitsexperten warnen nun, dass sich die Aktion als Eigentor erweisen könnte. Denn Geheimdienste überwachen die Online-Aktivitäten der IS-Mitglieder genau, um möglichst viele Informationen über die Terrorgruppe zu sammeln. Diese Quellen versiegen nun.

"Problem"

So berichtet TheVerge etwa von der Sicherheitsconsulting-Firma Ghost Security, die US-Behörden mit Tips zu IS-Accounts versorgt. "Es ist ein Problem, wenn man etwas gegen die Accounts unternimmt", sagt der Sicherheitsberater Michael S. Smith zu TheVerge. Er arbeitet mit Ghost Security zusammen und gibt an, bei der Verhinderung mehrerer Anschläge mitgeholfen zu haben. Dafür habe das Unternehmen "sehr positives Feedback" von Geheimdiensten erhalten. Ghost Security hat eine Datenbank mit öffentlichen Accounts aufgebaut und trägt Informationen zu Standorten und Beziehungen einzelner IS-Unterstützer zusammen.

Geheimdienste gegen Löschung

Mashable hat bereits im Juli 2014 berichtet, dass US-Geheimdienste klammheimlich der Löschung von IS-Profilen auf Twitter widersprochen haben. Mitarbeiter der CIA nutzen diese Profile als wichtige Quelle, hieß es damals. Jeder nun durch Anonymous-Aktionen gelöschte Account sei ein Informationsmittel weniger, so die Logik der Geheimdienste. (red, 20.11.2015)

  • Anonymous hatte einen "Onlinekrieg" gegen den IS angekündigt
    foto: apa/afp/richards

    Anonymous hatte einen "Onlinekrieg" gegen den IS angekündigt

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