Anschlag auf Hotel in Mali: Mehr als 100 Geiseln in Gewalt der Angreifer

20. November 2015, 12:15
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Radisson Blu am Morgen gestürmt – Malische Sicherheitskräfte umstellen das Hotel in Bamako

Bamako – Bewaffnete haben am Freitag ein Luxushotel der Kette Radisson Blu in Malis Hauptstadt Bamako angegriffen. Derzeit wird von 170 Geiseln berichtet. Die Nachrichtenagentur AFP zitiert ein Statement der Betreiberfirma des Hotels, wonach 125 Gäste und 13 Angestellte sich in der Gewalt der Angreifer befinden.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, es befänden sich "zahlreiche Zivilisten" in Gewalt der Geiselnehmer. Sicherheitsbehörden sprechen von bis zu zehn Angreifern. Die Angreifer hätten in einer der oberen Etagen das Feuer eröffnet. Drei Geiselnehmer sind bei der Erstürmung bereits ums Leben gekommen.

Es sind allerdings noch kaum Details über den Angriff bekannt. Auch wie viele Personen derzeit im Hotel oder bereits befreit sind, ist nicht exakt zu beziffern. Die US-Botschaft in Bamako rät via Twitter sich über lokale Medien auf dem Laufenden zu halten und empfiehlt US-Bürgern zu Hause zu bleiben.

Derzeit soll die Erstürmung des Hotels von malischen Sicherheitskräften laufen. Drei Geiseln – zwei Malier, ein Franzose – sind ersten Berichten zufolge ums Leben gekommen.

Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zum normalerweise sehr gut gesicherten Radisson Hotel in Bamako zu erhalten. Das Hotel mit rund 190 Zimmern liegt westlich des Stadtzentrums in einem Viertel, in dem sich auch mehrere Ministerien sowie Wohnsitze von Diplomaten befinden. Die Polizei riegelte die Gegend weiträumig ab.

Mali immer wieder Ziel von Anschlägen

Islamistische Kämpfer hatten den Norden Malis Anfang 2012 erobert, wurden aber ein Jahr später von der französischen Armee zurückgedrängt. Eine Blauhelmtruppe wurde aufgestellt. Seither kommt es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen. Erst im August waren zwölf Menschen bei einer Geiselnahme in einem von den Vereinten Nationen (UNO) genutzten Hotel in Zentralmali ums Leben gekommen. Im März hatte sich eine Islamistengruppe zu einem Anschlag auf ein bei Ausländern beliebtes Restaurant in Bamako bekannt, bei dem fünf Menschen starben. (red/Reuters, 20.11.2015)

  • Sicherheitskräfte vor dem Hotel Radisson Blu in Bamako.
    foto: afp photo / sebastien rieussec

    Sicherheitskräfte vor dem Hotel Radisson Blu in Bamako.

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