Transportsektor könnte viel mehr CO2 einsparen

19. November 2015, 17:36
10 Postings

Offensive für E-Mobilität, Stadtplanung und Öffis nötig

Berlin/Laxenburg – Im Verkehr könnten weit mehr CO2-Emissionen eingespart werden, als bisher vermutet. Der Treibhausgasausstoß des Transportsektors könnte bis 2050 nahezu halbiert werden, berichten Forscher im Fachblatt Science. Dazu müsste der Spritverbrauch sinken, der öffentliche Verkehr und der Einsatz von Elektroautos ausgebaut werden.

Die Realität sieht aber anders aus: Der Transportsektor ist insgesamt für 23 Prozent der Emissionen verantwortlich. Laut Berechnungen des Weltklimarates (IPCC) könnte sich der Ausstoß bis 2050 verdoppeln, weil die Motorisierung in China, Indien und Südostasien fortschreitet. Laut den von Wissenschaftern aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich berechneten Szenarien gibt es aber Anlass zu Optimismus – wenn die Politik rasch handle.

Elektromobilität und Öffis

"Elektromobilität im großen Stil könnte entscheidend dafür sein, dass CO2-Emissionen im Transportsektor bis 2050 halbiert werden", sagt Felix Creutzig vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin. Dazu müssten Carsharing-Konzepte großflächig ausgerollt, elektrische Fahrräder stärker genutzt und der Schienenverkehr ausgebaut werden. Auch bessere Planung der städtischen Infrastruktur könne einiges bewirken, indem viele Wege nicht im Auto, sondern mit Öffis zurückgelegt werden.

Da damit zu rechnen sei, dass sich die Effizienz der herkömmlichen Automobilflotte nach 2025 nur noch marginal steigern lasse, bleibe nur der Wechsel des Brennstoffes. Angesichts sinkender Batteriepreise seien Elektroantriebe gegenüber Motoren mit Biotreibstoffen oder Wasserstoff in einer besseren Position, schreiben die Studienautoren. (APA, 20.11.2015)

Share if you care.