Staatsanwälte beantragen neuen Prozess gegen Berlusconi

19. November 2015, 15:29
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Wegen Zeugenbestechung in Zusammenhang mit Ruby-Verfahren

Rom – Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat einen Prozess gegen Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi und weitere 30 Personen wegen Zeugenbestechung beantragt. Ein Prozess wurde unter anderem gegen die als "Ruby" bekannte Marokkanerin Karima El Mahroug gefordert, mit der Berlusconi laut den Ermittlern Sex gegen Geld gehabt haben soll, als sie 17 Jahre alt war.

Die Mailänder Staatsanwälte gehen davon aus, dass mehrere Zeuginnen der Verteidigung, die sich an Partys in Berlusconis Luxusresidenz beteiligt hatten, vor Gericht gelogen hatten, weil sie von Berlusconi"Monatsgehälter" für ihr Schweigen über ausschweifende Partys in der Mailänder Residenz des Medienunternehmers erhielten. Berlusconi selbst hatte im April 2012 berichtet, dass er insgesamt 42 junge Frauen finanziere, die in die Ruby-Affäre involviert sind. Jede bekomme mindestens 2.500 Euro im Monat.

Nach Ansicht der Ermittler sollen Berlusconi und seine Anwälte damit systematisch die Zeugen im "Ruby"-Prozess bestochen haben, bei dem der Medienzar wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit der damals minderjährigen El Mahroug angeklagt war. Berlusconi war von diesem Vorwurf im März letztinstanzlich freigesprochen worden. Die Zahlung der Monatsgehälter war laut Medienberichten Anfang dieses Jahres ausgesetzt worden, da Berlusconi Ermittlungen wegen Zeugenbestechung befürchtete. Ein Untersuchungsrichter muss jetzt den Antrag der Staatsanwaltschaft prüfen und entscheiden, ob der Prozess gegen Berlusconi stattfindet. (APA, 19.11.2015)

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