Österreich hinkt bei Gleichstellung hintennach

19. November 2015, 14:05
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Laut dem Gender Gap Report liegen Nicaragua und die Philippinen vor Österreich. Heinisch-Hosek sieht "Licht- und Schattenseiten"

Wien – Österreich rutscht bei der Gleichstellung von Frauen im internationalen Vergleich ab. In der Gesamtwertung des Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums liegt Österreich nur noch auf Platz 37 von 145 Ländern. Besonders großen Nachholbedarf gibt es demnach bei der Einkommensgerechtigkeit. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sieht in dem Bericht "Licht- und Schattenseiten".

In die Wertung des zehnten Global Gender Gap Report wurden 145 Länder aufgenommen. Untersucht wurden Aspekte wie die Teilnahme am Wirtschaftsleben sowie Bildung, Gesundheit und Politik. Im Gesamtranking landet Österreich nur noch auf Platz 37, nach Platz 36 im Vorjahr und Platz 19 (von 136 Ländern) im Jahr 2013.

Vor Österreich liegen in der Tabelle etwa Nicaragua (12), die Philippinen (7) und Weißrussland (34). Auch in Deutschland (11), der Schweiz (8) und Frankreich (15) steht es besser um die Gleichstellung. Ein Wert fällt besonders auf: Im internationalen Vergleich der Lohngerechtigkeit kommt Österreich nur auf Platz 104 von 145.

Platz für Island

Die ersten Plätze in der Gesamtwertung nehmen einmal mehr die nordischen Staaten ein. Island liegt auf Platz eins, gefolgt von Norwegen, Finnland, Schweden und Irland. Auf dem sechsten Rang steht das ostafrikanische Ruanda, das in den verfangenen Jahren beispielhafte Fortschritte bei der Geschlechtergerechtigkeit erzielt habe. Die USA fielen zuletzt um acht Plätze auf Rang 28.

Für Heinisch-Hosek zeigt der Bericht "Licht- und Schattenseiten auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern". Die gute Nachricht sei, dass Österreich bei der ökonomischen Gleichstellung seit dem vergangenen Jahr einen "riesigen Sprung" gemacht und sich um 16 Plätze verbessert habe. "Das zeigt, dass die Maßnahmen wie die Einkommensberichte, die Gehaltsangaben bei Jobinseraten und der Gehaltsrechner greifen."

Gesetzliche Quote würde "weiterhelfen"

Insgesamt gebe es aber sowohl bei der Wirtschaft als auch bei der Repräsentation in der Politik noch Aufholbedarf. "Das bestätigt mich darin, dass wir weitere Schritte setzen müssen, damit sich die Lohnschere schneller schließt und die gläserne Decke in Wirtschaft und Politik durchbrochen wird. Eine gesetzliche Quote würde uns in beiden Bereichen sehr helfen", so Heinisch-Hosek. Besonders erfreut sei sie über das Halten von Platz eins bei der Bildung. (APA, 19.11.2015)

  • Frauenministerin Heinisch-Hosek sieht bei Wirtschaft und Repräsentation in der Politik noch Aufholbedarf.
    foto: apa / helmut fohringer

    Frauenministerin Heinisch-Hosek sieht bei Wirtschaft und Repräsentation in der Politik noch Aufholbedarf.

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