Song-Contest-Starter Naidoo: "Stehe für weltoffenes Deutschland"

20. November 2015, 11:11
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Der Sänger wird Deutschland im kommenden Jahr beim ESC in Stockholm vertreten, er wehrt sich gegen Kritik

Berlin/Stockholm – Xavier Naidoo wehrt sich gegen Kritik an seiner Kür zum deutschen Teilnehmer des Eurovision Song Contest 2016. "Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander", sagte der 44 Jahre alte Musiker laut einer NDR-Mitteilung vom Donnerstagabend.

Kritiker werfen dem Sänger Naidoo eine Nähe zu Verschwörungstheoretikern wie den rechtspopulistischen Reichsbürgern sowie Schwulenfeindlichkeit vor. Der Sänger widersprach. Er sei froh, in einem "bunten" Deutschland zu leben, mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Religionen. "Ich habe auch immer betont, dass ich die Auffassung der sogenannten Reichsbürger nicht teile, von denen ich mich auch öffentlich deutlich distanziert habe." Im vergangenen Jahr hatte Naidoo am Tag der Deutschen Einheit eine Rede vor Reichsbürgern gehalten.

Er stehe für Meinungsfreiheit, erklärte er nun. "Es ist allerdings schade, dass Menschen, die mich ganz offensichtlich nicht kennen, aufgrund unzutreffender Darstellungen substanzlos und schlecht über mich reden." Der NDR, der den Wettbewerb für die ARD betreut, hatte am Donnerstag angekündigt, dass Naidoo für Deutschland beim ESC in Stockholm im Mai antrete. Die Zuschauer sollen im Februar nur noch das Lied bestimmen.

Update, 16:58 Uhr

Stockholm/Wien – Joy Fleming, Mannheimer Rockröhre und Grand-Prix-Urgestein, nimmt ihren Sänger-Kollegen Xavier Naidoo in Schutz. Die Kritik an seiner Nominierung für das Finale des Eurovision Song Contests am 14. Mai 2016 in Schweden sei "fast bösartig", sagte sie im Interview mit dem "Mannheimer Morgen" (Samstag). "Ich kenne ihn ja, der Naidoo ist doch nicht rechtsradikal oder so was."

foto: ap/fabian bimmer

"Wahrscheinlich haben die bei der Entscheidung gedacht, je mehr Dreck geworfen wird, desto besser wird die Quote", sagt sie dem Blatt. Von der Stimme her könne es Naidoo sogar auf "Platz eins" schaffen. Xavier Naidoo ist nach Joy Fleming der zweite Mannheimer in einem ESC-Finale. 1975 hatte die Blues-Spezialistin die Bundesrepublik mit "Ein Lied kann eine Brücke sein" ebenfalls in Stockholm vertreten. In Zeiten des ABBA-Fiebers kam sie aber nur auf den 17. Platz.

Gegen die Grand-Prix-Teilnahme von Xavier Naidoo (44) regt sich heftiger Widerstand: Inzwischen laufen im Internet mehrere Petitionen gegen die Pläne der ARD, den Sänger konkurrenzlos für den Contest antreten zu lassen. Die Initiative "Keine ESC 2016-Teilnahme für Xavier Naidoo" hatte bis zum Freitagmittag rund 13.000 Unterstützer. Beim Parallelprojekt "Gegen die Teilnahme von Xavier Naidoo am Eurovision Song Contest 2016" signierten gut 10.000 Leute. Kritiker werfen Naidoo schwulenfeindliche Ansichten und eine Nähe zu Rechtspopulisten vor. Der Sänger wehrt sich dagegen. (APA/dpa, 20.11.2015)

  • "Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander", sagt Xavier Naidoo.
    foto: apa/epa/karl-josef hildenbrand

    "Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander", sagt Xavier Naidoo.

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