Tagesklinische Behandlungen steigen, stationäre sinken

19. November 2015, 13:39
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87,6 Prozent Plus bei tagesklinischen Operationen seit 2009 – Stationäre Aufenthalte verringerten sich in fünf Jahren um 5,5 Prozent

Wien – In Österreichs Spitälern steigt die Zahl der Behandlungen in Tageskliniken deutlich an. In den letzten fünf Jahren gab es hier ein Plus von 28,6 Prozent, wie aus der nun veröffentlichten Spitals-Entlassungsstatistik der Statistik Austria hervorgeht. Etwas weniger wurden hingegen die stationären Aufenthalte (mit Übernachtung). Eine besonders starke Zunahme gab es bei tagesklinischen Operationen.

Im Jahr 2014 wurden in den österreichischen Krankenanstalten insgesamt 2.834.627 Spitalsentlassungen verzeichnet (stationär und tagesklinisch gemeinsam) – das sanfte Plus von 1,6 Prozent bedeutet nahezu eine Stagnation. Der überwiegende Teil davon betraf mit 92,9 Prozent Akutkrankenanstalten (ohne Langzeitaufenthalte) mit 2.634.218 Entlassungen.

Klar zeichnete sich erneut der – auch politische gewünschte – Trend zu ambulanten Aufenthalten (ohne Übernachtung) bzw. Operationen in Tageskliniken ab: Bereits jede fünfte Spitals-Entlassung (22,1 Prozent bzw. 582.020 Fälle) aus einer Akutkrankenanstalt erfolgte nach einem tagesklinischen Aufenthalt. Seit 2009 stieg diese Art der Behandlungen um 28,6 Prozent.

Kürzer im Spital

Eine noch eklatantere Zunahme verzeichnet die Statistik bei tagesklinischen Operationen: Seit 2009 gab es hier ein Plus von 87,6 Prozent, während die Zahl der Operationen insgesamt um nur um 2,9 Prozent stieg. Freilich ist der Anteil der tagesklinischen Operationen an der Gesamtzahl noch ein geringer: 2014 gab es insgesamt gut 1,2 Millionen operative Eingriffe, davon wurden nur 214.383 (17,4 Prozent) ambulant durchgeführt. Einen besonders hohen Anteil an tagesklinischen Eingriffen gab es bei Augenerkrankungen, von denen 76,6 Prozent ambulant durchgeführt wurden und bei Krebserkrankungen (40,2 Prozent).

Im Sinken begriffen ist die Zahl der stationären Aufenthalte mit Übernachtung: Die Entlassungen aus einem solchen Aufenthalt sank gegenüber 2009 um 5,5 Prozent.

Auch die Zahl der Aufenthaltstage im Spital ist deutlich im Sinken: Die durchschnittliche Aufenthaltstage pro Kopf (ohne Tageskliniken) betrug 2014 1,6 Tage – ein Minus von 10,7 Prozent gegenüber 2009. Und auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer (ohne tagesklinische Aufenthalte) verringerte sich gegenüber 2009 – und zwar um 3,2 Prozent. Im Schnitt dauerte 2014 ein stationärer Aufenthalt 6,5 Tage.

Um 10,8 Prozent mehr Ärzte

Die Zahl der Krankenanstalten selbst ist auch in den letzten fünf Jahren erneut angestiegen – und zwar von 267 Einrichtungen auf 279 (+4,5 Prozent). Verringert hat sich allerdings die Zahl der Akutkrankenanstalten – und zwar um 5,0 Prozent. Die Zahl der Betten stieg leicht um 1,1 Prozent; gemessen an der (gestiegenen) Bevölkerungszahl sank sie aber – und zwar um 1,3 Prozent.

Die Zahl der in den Spitälern tätigen Ärzte nahm deutlich zu – und zwar um 10,8 Prozent (von 21.752 auf 24.099 Personen im Jahr 2014). Das nichtärztliche Personal wies eine Steigerungsrate von 7,9 Prozent auf.

Die Gesundheitsausgaben insgesamt liegen nur für das Jahr 2013 vor, sie betrugen laut Statistik Austria 34,9 Milliarden Euro. Die Ausgaben für die stationäre Versorgung einschließlich der stationären Langzeitversorgung machten laut Statistik Austria 13,5 Milliarden Euro bzw. 38,7 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben aus. Von 2003 bis 2013 sind die Ausgaben für den stationären Bereich um 43,6 Prozent gestiegen. (APA, 19.11.2015)

  • Trend zu ambulanten Aufenthalten, die Zahl der Aufenthaltstage im Spital ist deutlich im Sinken.
    foto: apa/helmut fohringer

    Trend zu ambulanten Aufenthalten, die Zahl der Aufenthaltstage im Spital ist deutlich im Sinken.

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