Album der Woche: ELOs "Alone In The Universe"

20. November 2015, 09:00
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Jeff Lynne's ELO erinnert auf "Alone In The Universe" an die großen Zeiten des Electric Light Orchestra

Jeff Lynne ist wohl der einzige Mann auf Erden, der jederzeit dazu in der Lage ist, ein neues Album der Beatles einzuspielen. Es mag zwar oft am Witz, an exzentrischen Einfällen und entsprechender Gassenhauerei bei den Melodien fehlen. Immerhin aber veröffentlicht der Mann mit der nasalen Schwerenöterstimme aus dem britischen Birmingham mit den diversen Besetzungen seines Electric Light Orchestra (ELO) seit mindestens vier Jahrzehnten wunderbare Hitsingles wie Confusion, Don't Bring Me Down und Livin' Thing.

Sehr oft waren auch ganz tolle Alben im Zeichen von Beatles, Goodtime-Rock-'n'-Roll alter Schule und ein wenig über wertkonservative Streicher erzeugter nostalgischer Futurismus inklusive unfassbar hässlicher Covergestaltung dabei.

elovevo

Nach eineinhalb Jahrzehnten liegt nun mit Alone In The Universe ein neues ELO-Album vor – und Jeff Lynne ist mehr denn je alleiniger Kopf, Komponist, Arrangeur, Gitarrist, whatever. Zur Not kann man daheim in der Wahlheimat Kalifornien auf hochkarätige Musiker zurückgreifen. Immerhin ist Lynne seit Jahrzehnten ein Kumpel Bob Dylans, Randy Newmans und Tom Pettys, siehe auch seine Arbeiten mit dem Altherrenunternehmen The Traveling Wilburys.

Allein im Universum

Alone In The Universe ist in der Geschichte der eigentlich zutiefst melancholischen und zur bittersüßen Resignation neigenden Band Electric Light Orchestra sehr wahrscheinlich eines der melancholischsten und resignativsten. Der Titelsong, ein Schrei nach Liebe. When I Was A Boy, ein Schrei nach früher. I'm Leaving You ein weiterer Schritt in Richtung seines alten Freundes, des US-Poptragöden Roy Orbison, den er auch produzierte.

Manchmal, so wie in When The Night Comes oder dem Bonustrack Fault Line, haut es noch die Lebensfreude früherer Zeiten durch, als Lynne darüber sang, dass Rock 'n' Roll regiert. Die Grundstimmung, die ganz allgemein auf Alone In The Universe vorherrscht, ist aber jene des Abschieds. Der Mann ist Ende 60 und damit möglicherweise etwas früh dran. Aber das ist bei ihm ja nichts Neues. (schach, 20.11.2015)

  • Jeff Lynne's ELO – Alone In The Universe (Sony)
    cover: sony

    Jeff Lynne's ELO – Alone In The Universe (Sony)

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