Wiener SPÖ-Klubchef bekam nur 71 Prozent Zustimmung

19. November 2015, 10:49
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Oxonitsch reagiert auf das Ergebnis gelassen: "Das überrascht niemanden"

Wien – In der Wiener SPÖ scheint es zu gären: Laut Medienberichten ist der neue Rathaus-Klubchef Christian Oxonitsch bei seiner Kür in der konstituierenden Sitzung am Mittwoch auf maue Zustimmung gestoßen. Nur 71 Prozent der Abgeordneten hätten für ihn gestimmt. Der Gewählte nahm es offenbar gelassen: "Das überrascht niemanden", sagte er der "Presse".

Im Gegensatz zu Rot-Grün I sei "die Verlängerung der Koalition kein Honeymoon mehr", so Oxonitsch. Das schlechte Ergebnis dürfte weniger mit seiner Person, sondern mit der Unzufriedenheit mancher Sozialdemokraten über den rot-grünen Koalitionspakt und die kolportierten Nebenvereinbarungen – etwa zu den Frankenkrediten – zu tun haben. Die Stimmung sei schlecht.

Offiziell will der SPÖ-Rathausklub nichts von einer schlechten Stimmung wissen. Man könnte das Abstimmungsergebnis deuten, wie man wolle, sagte ein Sprecher, auch dahingehend, ob es etwas mit Unmut über die rot-grüne Neuauflage zu tun habe. Faktum sei, dass Oxonitsch 71 Prozent Zustimmung erhalten habe: "Anders wäre die Situation, hätte er 51 Prozent bekommen."

"Nicht beunruhigend"

Das Ergebnis sei "aus unserer Sicht nichts Beunruhigendes", so der Sprecher. Es gebe unterschiedliche Meinungen, bei der nächsten Klubchef-Wahl werde es wieder anders aussehen. Zudem gab es Lob für die kollegiale Art des neuen Fraktionsführers: "Christian Oxonitsch ist ein Mensch, dessen Tür immer offen steht."

Oxonitsch war bereits von 2001 bis 2009 Chef des SPÖ-Rathausklubs, danach war er Stadtrat für Bildung, Information, Jugend und Sport. Da die SPÖ nach den Verlusten bei der Wahl im Oktober einen Stadtrat einsparen musste, verlor er diesen Posten wieder. Seine Agenden wurden auf die verbleibenden roten Regierungsmitglieder aufgeteilt. (APA, 19.11.2015)

  • Christian Oxonitsch: "Die Verlängerung der Koalition ist kein Honeymoon mehr."
    foto: apa/hochmuth

    Christian Oxonitsch: "Die Verlängerung der Koalition ist kein Honeymoon mehr."

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