Mehr Cyberangriffe auf deutsche Firmen

19. November 2015, 09:10
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Die zunehmende Vernetzung der Abläufe in und zwischen Firmen, Schwächen in der Software und fahrlässige Mitarbeiter steigern die Verwundbarkeit

Berlin – Deutschlands Unternehmen werden immer häufiger Opfer von Cyberangriffen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht des deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hervor. "Besorgniserregend ist die Bedrohung durch Cybersabotage", schreibt das BSI. Die Zahl sehr umfassender, langfristiger Attacken auf Firmen auch zur Industriespionage durch sogenannte Advanced Persistent Threats (APT) steige stark an. Dabei handelt es sich um zielgerichtete Angriffe gegen bewusst ausgewählte Einrichtungen, bei denen sich ein Angreifer dauerhaft, aber oft unentdeckt Zugriff auf ein Computernetzwerk verschafft. Oft steckten dahinter Staaten oder die organisierte Kriminalität. "Die Zahl der Angriffe auf industrielle Produktionsanlagen steigt", schreibt auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Vorwort des Berichts. "Hierdurch entstehen neue betriebs- und volkswirtschaftliche Risiken."

Gründe für die steigende Zahl von Angriffen sind unter anderem auch die zunehmende Vernetzung der Abläufe in und zwischen Firmen, Schwächen in der Software sowie fahrlässiger Umgang von Mitarbeitern mit der Datensicherheit. Das BSI warnt, dass dies gerade für Unternehmen in sensiblen Bereichen wie Energie, Medien oder Finanzen ein Problem sei. Erinnert wird an die durch einen Cyberangriff teilweise lahmgelegte französische Sendergruppe TV5 Monde. Bei den im Februar 2015 bekanntgewordenen Attacken gegen einige osteuropäische Banken sei zudem ein Schaden von bis zu einer Milliarde Dollar entstanden, weil sich Hacker Zugriff auf Konten und Transaktionen verschaffen konnten. (APA, 19.11.2015)

  • Zäune im virtuellen Bereich sind nicht ganz unkompliziert.
    foto: ap/hildenbrandt

    Zäune im virtuellen Bereich sind nicht ganz unkompliziert.

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