VW verteilt in den USA Einkaufsgutscheine für Dieselfahrer

19. November 2015, 06:24
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In Australien fordern VW-Besitzer Schadenersatz in Millionenhöhe, in den USA werden Gutscheine ausgegeben

Sydney/Los Angeles/Wolfsburg – In den USA haben nach Angaben von VW 120.000 Kunden die von dem Konzern im Zuge des Abgasskandals angebotenen Einkaufsgutscheine angenommen. Eine Teilnahme an dem Programm bedeute nicht, dass die Kunden auf ihr Klagsrecht verzichten müssen, teilte Volkswagen of America am Mittwoch mit.

Das Unternehmen hatte als Zeichen der Wiedergutmachung seinen US-Kunden ein Paket angeboten, das Gutscheine im Wert von 1.000 Dollar enthält. Volkswagen hatte zugegeben, Dieselemissionswerte manipuliert zu haben. In den USA droht dem Konzern deswegen eine milliardenschwere Strafe. Anwälte sammeln zudem Munition für Schadensersatzklagen.

Umweltbehörde droht mit Strafe

Die kalifornische Umweltbehörde Carb hält indes kurz vor Ablauf eines wichtigen Ultimatums den Druck auf Volkswagen aufrecht. "Wenn sie keinen Plan vorlegen, der für uns und die EPA akzeptabel ist, stehen uns Strafen zur Verfügung. Es geht nicht ewig so weiter, es gibt eine Deadline", sagte Carb-Chefin Mary Nichols am Mittwoch bei der Los Angeles Auto Show.

Am Freitag läuft eine erste Frist ab, innerhalb derer VW den US-Regulierern Vorschläge für einen Rückruf von knapp 500.000 Dieselfahrzeugen unterbreiten muss, in denen eine spezielle Software ("Defeat Device") zur Manipulation von Emissionstests installiert wurde. Die Behörden haben dann 20 Geschäftstage Zeit, den Plan zu prüfen. "Danach könnten wir anfangen, Strafen zu verhängen", sagte Nichols. Es gehe allerdings nicht darum, VW mit Strafen zu überziehen, sondern eine Lösung zu finden.

Millionenschwere Klage in Australien

In Australien fordern VW-Besitzer nun Schadenersatz in Millionenhöhe. Die Anwaltskanzlei Maurice Blackburn kündigte am Donnerstag eine Sammelklage an, in der sie für jeden Betroffenen umgerechnet 6.700 Euro Entschädigung fordert. Bei mehr als 90.000 Fahrzeugen in Australien seien die Abgaswerte manipuliert worden. (APA, 19.11.2015)

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