Weicher Euro stärkt schwaches Gold

19. November 2015, 09:00
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Während der Goldpreis in Dollar betrachtet auf den tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren gefallen ist, hat die Euro-Schwäche den Abwärtstrend abgefedert

London / New York – Deutlich beschleunigt hat sich zuletzt der seit vier Jahren bestehende Abwärtstrend des Goldpreises, zuletzt wurde mit weniger als 1070 US-Dollar je Feinunze der tiefste Stand seit Anfang 2010 markiert. Das Edelmetall befindet sich in der Zwickmühle von tiefer Inflation und der Erwartung steigender Zinsen in den USA. Gold profitiert in der Regel von hoher Teuerung und sinkenden Zinsen.

Nach den zuletzt guten Daten vom Jobmarkt, wo die Arbeitslosenrate mit fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise gesunken ist, erwarten nun zwei Drittel der Wall-Street-Akteure, dass die US-Notenbank Fed im Dezember die erste Zinserhöhung seit fast einer Dekade wagen wird. Gleichzeitig sind die langfristigen Inflationserwartungen mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent laut Daten der Universität Michigan auf ein historisches Rekordtief gefallen.

In diesem für das unverzinste Gold schwierigen Umfeld haben sich die Verluste in den vergangenen drei Jahren auf 38 Prozent summiert. Das ist – zumindest aus österreichischer Sicht – aber nur die halbe Wahrheit: In Euro hat Gold mit einem Stand von derzeit knapp über 1000 nämlich nur gut ein Viertel an Wert eingebüßt, da sich gleichzeitig der Euro gegenüber dem Greenback stark abgeschwächt hat. Denn während die Fed auf das Ende ihrer Nullzinspolitik zusteuert, hat die Europäische Zentralbank (EZB) sogar eine Ausweitung und Verlängerung des Anleihenkaufprogramms ins Auge gefasst.

Die Philharmoniker-Münze mit einer Unze Feingold, wegen der Prägekosten stets etwas teurer, kostete am Mittwoch 1041 Euro. (Alexander Hahn, 19.11.2015)

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