Iran baut 4.500 Zentrifugen zur Urananreicherung ab

18. November 2015, 17:57
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Teheran hält sich bisher strikt an die Verpflichtungen aus dem Wiener Abkommen

Teheran – Der Iran unternimmt vier Monate nach Abschluss des Atomdeals die ersten Schritte zum Abbau seiner atomaren Kapazitäten. Nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sind in den Urananreicherungsanlagen Natanz und Fordo innerhalb eines Monats rund 4.500 von einst 19.000 Zentrifugen abgebaut worden.

Die abgebauten Elemente waren noch nicht zur Urananreicherung genutzt worden. Der Abbau von bereits zur Anreicherung genutzten Zentrifugen gilt als aufwendiger, aber bei entsprechendem Willen und Aufwand als ebenfalls relativ schnell machbar. Die Zentrifugen würden nun unter Überwachung der IAEA gelagert, hieß es am Mittwoch in einem Bericht der Organisation.

Ziel soll Anfang 2016 erreicht sein

Nach dem Wiener Atomdeal vom 14. Juli ist der Iran verpflichtet, die Zahl seiner Zentrifugen bis auf 6.000 abzubauen. Erst wenn er diese und andere Bestimmungen des Abkommens erfüllt hat, werden die Wirtschaftssanktionen aufgehoben. Die iranische Führung hat mehrfach betont, dass sie schon zum oder bald nach dem Jahreswechsel dieses Ziel erreicht haben will. Die internationale Gemeinschaft geht vom ersten Quartal 2016 aus.

Der Atomdeal zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) will sicherstellen, dass der Iran keine Atombombe baut. Teheran hat diese Absicht offiziell stets bestritten.

Allerdings räumte Ex-Präsident Ali Akbar Hashemi Rafsanjani Ende Oktober ein, dass der Iran doch die Entwicklung von Atombomben erwogen habe und zwar während des Krieges mit dem Irak in den 80er-Jahren. (APA, 18.11.2015)

  • Die Nuklearanlage Natanz auf einem Archivbild.
    foto: epa/abedin taherkenareh

    Die Nuklearanlage Natanz auf einem Archivbild.

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