Kulturspenden werden steuerlich absetzbar

18. November 2015, 17:14
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Minister Ostermayer gab Einblick in Details des Kulturbudgets für 2016

Wien – Gemeinnützigkeit ist das neue Zauberwort. Wie Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) am Mittwoch mitteilte, werden ab 2016 nicht nur Spenden an gemeinnützige Kultureinrichtungen steuerlich absetzbar, auch von der befürchteten Mehrwertsteuererhöhung von zehn auf 13 Prozent bleiben Einrichtungen mit diesem Status verschont.

Im Rahmen des von der Regierung ausverhandelten Gemeinnützigkeitspakets werden kulturelle mit wissenschaftlichen und karitativen Einrichtungen gleichgestellt. Profitieren werden alle, die vom Bund, den Ländern oder der Stadt Wien Subventionen erhalten. Ausgenommen sind Gemeinden. Teurer werden Eintrittskarten für nicht geförderte Einrichtungen, für die künftig 13 Prozent Mehrwertsteuer anfallen – eine Maßnahme zur Gegenfinanzierung der Steuerreform.

In zwei vorliegenden Studien werden die zu erwartenden Spenden auf 15 bis 25 Millionen Euro geschätzt. Das Wiener Konzerthaus gehe beispielsweise davon aus, dass der Anteil an Spenden im Budget damit von drei auf zehn Prozent gesteigert werden kann.

Filmschaffen im Fokus

Einen Einblick gab Ostermayer in die Details des Kulturbudgets für 2016. Gut 20 Millionen Euro können neu verteilt werden, 14 Mio. mehr fließen in die finanziell angeschlagenen Bundestheater, auch die Subventionen für die Salzburger und Bregenzer Festspiele werden um eine bzw. eine halbe Mio. Euro erhöht. 2,6 Mio. fließen ins Museumsquartier.

Mit den übrigen Mitteln wolle man "Schwerpunkte im zeitgenössischen Kulturschaffen setzen", so der Minister. Konkret sollen die Nachwuchsarbeit bei Theater und Musik (Theaterallianz, Prima la Musica), jüdische Museen, zeitgenössische Zirkuskunst (Cirque Nouveau) und vor allem das österreichische Filmschaffen gestärkt werden.

Das Filmmuseum Wien erhält 130.000 Euro mehr Förderung. Auf eine Zusammenlegung mit dem ähnlich gelagerten Filmarchiv wolle Ostermayer nicht drängen, allerdings sei eine Studie erstellt worden, die sich mit Synergieeffekten zwischen den Institutionen befasst.

Auskunft gab der Minister auch über die angepeilten Errichtungskosten für das Haus der Geschichte (HGÖ). Zehn Mio. Euro werde der Umbau und 9,3 Mio. die Einrichtung in der Neuen Burg kosten. Für die dort ebenfalls untergebrachte Sammlung Alter Musikinstrumente würden insgesamt 8,5 Mio. Euro an Bau- und Übersiedlungskosten anfallen.

Warum die Einrichtung des HGÖ in der Neuen Burg dreimal so teuer kommt wie im flächenmäßig gleich groß geplanten Haus der Geschichte in Niederösterreich, konnte Ostermayer nicht erklären. Die Zahl sei von Museumsexperten seriös errechnet worden. (Stefan Weiss, 19.11.2015)

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