Vorermittlungen gegen VW nun auch wegen CO2

18. November 2015, 17:09
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Der Volkswagen-Konzern hat an vielen Fronten zu kämpfen, nun auch wegen möglicherweise gefälschter CO2-Angaben. Vorermittlungen laufen

Wolfsburg/Brüssel – Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat zusätzlich zu dem laufenden Ermittlungsverfahren wegen Manipulationen beim Stickoxid-Ausstoß von Volkswagen-Fahrzeugen ein neues Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten, geht es dabei um die falsche Angabe von CO2-Werten bei VW.

"Wir haben das Stadium der Vorprüfung abgeschlossen und befinden uns jetzt im Vorermittlungsverfahren", sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe von der zuständigen Staatsanwaltschaft Braunschweig. "Wir untersuchen den Sachverhalt der CO2-Zertifizierung durch VW-Mitarbeiter daraufhin, ob Straftaten vorliegen können", sagte der Staatsanwalt. "Sollte dies der Fall sein, werden wir bald ein zweites Ermittlungsverfahren eröffnen, entweder gegen bisher noch unbekannte oder bereits bekannte Täter." In Betracht kämen Delikte wie Betrug oder Verstöße gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.

Dieselfahrzeuge involviert

VW hatte im September zugegeben, dass in etwa elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Anfang November gestand das Wolfsburger Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 seiner Autos der tatsächliche Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 höher ist als angegeben.

Die vom Abgasskandal betroffenen VW-Kläger müssen aus Sicht des deutschen Verbraucherschutzministers Heiko Maas (SPD) in Deutschland dieselben Hilfen vom Konzern bekommen wie in den USA. Maas: "Ich bin optimistisch, dass es kein Gefälle zwischen amerikanischen und deutschen Kunden geben wird".

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete drohte Strafen an, sollte der tatsächliche CO2-Ausstoß von Autos aus dem Volkswagen-Konzern über den zulässigen Grenzwerten gelegen sein.

Gutscheine ausgegeben

In den USA hatten VW-Kunden, deren Dieselfahrzeuge von der Affäre um gefälschte Abgaswerte betroffen sind, Gutscheine im Wert von bis zu 1000 Dollar (937 Euro) erhalten. Markenchef Herbert Diess hatte gesagt, es werde "für jeden Markt ein individuelles Maßnahmenpaket" sowie "speziell zugeschnittene Lösungen" geben. Es sei noch zu früh, um über Details zu sprechen.

Verbraucherschützer pochen darauf, dass VW alle Arten von Kosten übernimmt. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, rief Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, dies per Weisung ans Kraftfahrt-Bundesamt in die Wege zu leiten. (AFP, dpa, 18.11.2015)

  • Das VW-Management kommt aus dem Krisenmodus nicht heraus, ständig treten neue Probleme auf.
    foto: reuters

    Das VW-Management kommt aus dem Krisenmodus nicht heraus, ständig treten neue Probleme auf.

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