Škoda Superb Combi: Gerne zu Diensten

20. November 2015, 11:48
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Groß und elegant und fast schon nobel: Der Škoda Superb hat sich in der Mittelklasse eine starke Position erarbeitet. Die Summe seiner Qualitäten bringt ihn weit nach vorn im Konkurrenzumfeld

Reichweite Adblue: 10.500 km, verrät das Display. Hier wird also der Ausstoß von Stickoxiden im SCR-Verfahren reduziert, womit schon mal feststeht: Das ist sicher kein Auto, für das der VW-Konzern sich entschuldigen müsste. Nach zwei Wochen Testbetrieb ist man sogar geneigt zu sagen: ganz und gar nicht. Feines Auto. Feiner Kombi.

Kein Wunder, wenn der in allen Vergleichstests vorne mitmischt, sogar gegen eine Liga höher beheimatete Typen wie Mercedes' E-Klasse T-Modell, aber auch gegen den hauseigenen Gegner VW Passat. Da nun wieder zeigt sich die feine Kunst der Positionierung: Der Superb Combi, die praktischste Version von Škodas Flaggschiff, toppt den VW-Mittelklassiker bei Länge, Kofferraum und Platz in der zweiten Reihe – nur nicht beim Preis. In vergleichbarer Ausstattungsversion liegen zwischen Superb Combi 4x4 TDI SCR (150 PS) und Passat Variant 2,0 TDI 4motion (ebenfalls 150 PS) rund 3.500 Euro, die man für den Wolfsburger zusätzlich berappen muss.

Kompliment an die Designer

Und er ist ein ausgesprochen fescher, ja, eleganter Kombi geworden, man kommt mit der Komplimentvergabe kaum nach, dieses hier geht an die Designabteilung.

150-PS-Diesel also, 6-Gang-Schaltung, Allrad. Steilvorlage quasi für die ungemütliche Jahreszeit und nachlassende Traktionssicherheit – mit den Stationen schlatziges Herbstlaub, Hochnebelnieselregen, Schnee(-Matsch), Eis. Das Allradsystem stammt von Haldex. Zuschaltend zwar, aber technisch so ausgereift, dass etliche Hersteller sich beim schwedischen Zulieferer eindecken.

Adaptiv gefedert

Der Selbstzünder zeigt gute Manieren bei der Akustik und verleiht dem Wagen das angemessene Temperament, der Testverbrauch von 6,7 l/100 km ist ein respektabler Wert, auch anlässlich des stadt- und autobahnlastigen Testprofils. Butterweich und präzise die Schaltung, direkt und exakt die Lenkung, dazu ein geschmeidig abgestimmtes Fahrwerk, erstmals optional sogar mit adaptiven Dämpfern: Ja, mit dem Superb Combi geht man gern auf große Reise.

Das geht sogar mit zwei, drei Kindern, und der Kofferraum schluckt so viel Zeugs, dass man sich nicht dramatisch einschränken muss bei der Überlegung, was mitnehmen was daheimlassen. An gleich vier an den Seitenwänden ausklappbaren Haken kann man Sackerl oder sonst was fixieren. Hinsichtlich Durchdachtheit und Alltagsnutzen macht dem großen Škoda keiner was vor. Die automatische Heckklappe öffnet und schließt so zügig, wie man sich das bei etlichen anderen Herstellern, wo man bei diesem Manöver glatt einschlafen könnte, wünschen würde.

Induktives Ladeteil

Als angenehmes Detail empfunden haben wir die feine blaue Lichtleiste (wobei auch die Farben Warmweiß und Grün anwählbar wären), welche düstere Dämmerung oder Abendstimmung psychologisch aufhellen hilft. Hinsichtlich Bedienkomfort gibt der Škoda auch keine Rätsel auf, alles schön übersichtlich und logisch angeordnet. Das Mittelfach wäre auch als Kühlschrank verwendbar, darauf kommen wir dann nächsten Sommer zurück. Und zu den Simply-clever-Ideen, Škodas Markenzeichen, zählt unter anderem das kleine gummierte Fach vor dem Schaltknauf – vorgesehen als Smartphone-Ablage und auch gleich induktives Ladeteil. (Andreas Stockinger, 20.11.2015)

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Škoda

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Škodas Design ist schärfer zugeschnitten als bisher.
    foto: andreas stockinger

    Škodas Design ist schärfer zugeschnitten als bisher.

  • Das kommt Eleganz und stilistischer Langzeithaltbarkeit gleichermaßen zugute.
    foto: andreas stockinger

    Das kommt Eleganz und stilistischer Langzeithaltbarkeit gleichermaßen zugute.

  • Im Fahrbetrieb ist der Superb Combi ein komfortabler Langstreckentyp.
    foto: andreas stockinger

    Im Fahrbetrieb ist der Superb Combi ein komfortabler Langstreckentyp.

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