Millionenförderung für Wiener Sinologen

18. November 2015, 15:13
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Europäischer Forschungsrat zeichnet Christian Göbel von der Universität Wien aus

Wien – Der Sinologe und Politikwissenschafter Christian Göbel von der Universität Wien erhält einen hoch dotierten Wissenschafts-Förderpreis des Europäischen Forschungsrats ERC. Mit dem mit rund 1,3 Millionen Euro dotierten "Starting Grant" will er Auswirkungen des Internets auf Bürgernähe und Regimestabilität in China erforschen, teilte die Uni Wien mit.

Mit dem ERC fördert die EU Grundlagenforschung in Europa. Vergeben werden "Starting- und Consolidator-Grants" für Nachwuchswissenschafter und "Advanced Grants" für etablierte Forscher.

Untersuchungen zum Umgang mit Beschwerden

Der aus Deutschland stammende Experte für Reformpolitik und Politikinnovation in China ist seit 2013 Professor für Sinologie mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien. In seinem ERC-Projekt will er die Auswirkungen von digitalen Partizipationsinstrumenten auf die Performance von Regierungen und die Beziehung zwischen Staat und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen untersuchen. Nachdem seit den 1990er Jahren soziale Unruhen in China rapide zunehmen, haben rund zwei Drittel aller chinesischen Stadtregierungen öffentliche Beschwerdeplattformen im Internet eingerichtet, um sozialer Instabilität entgegen zu wirken.

Göbel will untersuchen, ob die Regierenden die Beschwerden ernst nehmen, ob diese helfen, die Politik zu verbessern und ob dadurch die Protestbereitschaft unzufriedener Bürger abnimmt. Neben vergleichenden Fallstudien will der Forscher dabei auch Computersimulationen und maschinenlernende Verfahren einsetzen. Er erhofft sich davon Erkenntnisse, die helfen sollen, die soziale Stabilität in China besser einzuschätzen und zudem Einsichten in die Funktionsweise autoritärer Staaten im digitalen Zeitalter. (APA, 18. 11. 2015)

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