Im Fleischbällchenbad: Ein Fest der Räude in Turin

Ansichtssache24. November 2015, 15:13
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Aus Liebe zum Laberl: Wie konnte ich diese Weinbar (und ihr Holz-Dixiklo) bisher übersehen?

Die vermutlich kleinste Outdoor-Klokabine der Welt wäre schon ein Grund für einen Besuch im Ranzini – womöglich steht in diesem Hinterhofgastgarten gar der Prototyp des Dixiklos? Man kann natürlich auch wegen der harten Eier im Caffe-Vini Emilio Ranzini vorbeischauen.

Oder wegen des herrlich räudigen Ambientes mit den würdig in die Jahrzehnte gekommenen Vespa- und Lambrettabildern, hach! Wegen Herrn Ranzini indes sollte man eher nicht kommen, der hat sich vor ein paar Jahren verabschiedet.

Aber eigentlich sollte man, auch ohne Original-Ranzini, wegen des Essens kommen, des Essens über die Eier hinaus. Nicht schön, nicht wirklich sterneverdächtig, aber sehr, sehr, sehr gut. Und die Weine, auch nicht übel. Ich mochte selbst den Grignolino nicht von der Tischkante stoßen – und es gibt wahrlich vernünftigere Sorten im Piemont, wenn man nicht gerade Quinto Quarto isst.

Aber sehen Sie selbst – auch wenn die Optik (und gar meine) nicht unbedingt die Schlüsselqualifikation dieser kleinen, großartigen Imbisse sind.

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foto: harald fidler

Kräuterfrische

Acciughe im Salsa-Verde-Bad: Hab ich mich nicht gerade erst über üppige grüne Sauce beschwert? Durchaus – aber zwischen dieser dichten Kräutefrische über den Sardellchen und dem grünen Ölbad auf der Zunge in Treiso liegen zwar kaum mehr als 70 Kilometer und doch Welten.

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