Fifa lehnt Einsprüche von Blatter und Platini ab

18. November 2015, 14:16
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Fifa-Präsident Joseph S. Blatter und Uefa-Präsident Michel Platini bleiben von der Fifa gesperrt. Vor allem für Platini ist das ungünstig

Zürich – Der erste Konter von Joseph S. Blatter und Michel Platini hat seine Wirkung verfehlt. Der zukünftig ehemalige Präsident des Fußball-Weltverbands und der Mann, der ihm am 26. Februar 2016 im Amt nachfolgen möchte, bleiben gesperrt – und damit von allen Fußballaktivitäten vorerst ausgeschlossen. Am 5. Jänner 2016 läuft die Sperre ab, eine Verlängerung um 45 Tage ist allerdings nicht ausgeschlossen.

Blatter (79) und der ebenfalls suspendierte Uefa-Präsident Platini (60) hatten gegen ihre derzeit laufende Sperre von 90 Tagen Berufung eingelegt. Die Berufungskommission unter der Leitung von Larry Mussenden von den Bermudas bestätigte am Mittwoch aber die Entscheidung der Fifa-Ethikkommission. Die Fifa-Berufungskommission habe "die Einsprüche in Gänze abgelehnt", teilte die Fifa mit.

Der Weltverband stellte allerdings klar, dass das Verfahren der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission noch nicht abgeschlossen sei – die vorläufigen Sperren könnten demnach weiter "bestätigt, widerrufen oder abgeändert" werden. Vor allem Platini sind aber vorerst weiter die Hände gebunden: Er darf keinen Wahlkampf machen, ob er als Kandidat für die Fifa-Präsidentenwahl nachrücken darf, ist ungewiss.

Kämpferischer Platini

Platini will sich trotzdem unverändert der Wahl zum FIFA-Präsidenten stellen, auch wenn er derzeit kein offizieller Kandidat ist. "Michel Platini ist überzeugt, dass der CAS seine Rechte wieder herstellen wird. Bis dahin bleibt er ein gelassener und entschlossener Kandidat für die FIFA-Präsidentschaft", heißt es in einem Statement.

"Die Entscheidung war keine Überraschung. Das wurde von Michel Platini und seinen Anwälten so erwartet. Es bestätigt, dass die FIFA eine einseitige, unfaire und voreingenommene Untersuchung gegen Michel Platini führt, die mehrfach sein Recht verletzt hat, sich selbst zu verteidigen", heißt es weiter.

Enttäuschter Blatter

Blatter hat sich "enttäuscht" über die Bestätigung seiner Sperre gezeigt. Das geht aus einer ersten Reaktion hervor, die eine Züricher PR-Agentur am Mittwoch im Auftrag des Schweizers veröffentlichte. Blatter würde weiter darum kämpfen, "seinen Namen reinzuwaschen" und hoffe auch weiterhin auf eine "faire Anhörung vor einem neutralen Organ", steht in der Erklärung.

Blatter und Platini waren am 8. Oktober provisorisch und jeweils für 90 Tage gesperrt worden. Grund dafür ist unter anderem eine dubiose Zahlung in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken (1,8 Millionen Euro). Diese hatte Platini im Februar 2011 von Blatter erhalten, angeblich für Platinis Beratertätigkeit im Zeitraum von 1998 bis 2002. In der Fifa-Bilanz tauchte diese Summe aber nicht auf.

Beide bestreiten die Vorwürfe und verweisen auf die Rechtmäßigkeit der Zahlung. Ihnen droht aber weiter die statutengemäße Verlängerung der provisorischen Sperre um 45 Tage, sollten die Vorwürfe nicht entkräftet werden. Platini könnte in diesem Fall nicht an der Wahl zum Fifa-Präsidenten teilnehmen. Als Kandidat nachrücken kann er nur, wenn er nicht mehr suspendiert ist. (sid, 18.11.2015)

  • Haben gerade Zeit: Michel Platini und Sepp Blatter.
    foto: apa/kington

    Haben gerade Zeit: Michel Platini und Sepp Blatter.

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