Entschädigung: AK klagt Ryanair

18. November 2015, 11:03
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Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich klagen vermehrt Fluglinien, weil diese Entschädigungszahlungen verweigern

Linz/London/Dublin – Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich klagen vermehrt Fluglinien. Grund sind Verweigerungen der Entschädigungszahlungen bei Flugannullierungen beziehungsweise die Nichtrückzahlung von Steuern und Gebühren bei Flugstornos. Unter anderem gibt es einen Musterprozess gegen Ryanair, hieß es in einer Presseaussendung am Mittwoch.

Anlass ist der Fall eines Ehepaares, das im März von London-Stansted den Rückflug nach Linz antreten wollte und dazu rechtzeitig – wie von der Fluggesellschaft vorgeschrieben zwei Stunden davor – am Flughafen erschien. Aber es waren nur drei Schalter besetzt, der Check-in dauerte sehr lange. Bei der anschließenden Sicherheitsüberprüfung entstanden neuerlich Wartezeiten. Danach wurde dem Paar gesagt, dass das Abfluggate bereits geschlossen wäre und sie nicht mehr befördert werden.

Am Ryanair-Schalter teilte man den Konsumenten mit, dass sie zwei Tage später gegen Bezahlung von 110 britischen Pfund (156,76 Euro) pro Person nach Linz fliegen könnten. Das Ehepaar entschloss sich, mit dem nächstmöglichen Flug von Gatwick zu fliegen.

Schleppende Abfertigung

Nach der Ankunft in Österreich forderten die beiden die Kosten des Rückfluges zurück, bekamen aber auf ihr Schreiben von Ende März bis September keine Antwort. Sie wandten sich dann an den Konsumentenschutz. Auf dessen Brief antwortete die Fluglinie, dass die Konsumenten nicht befördert wurden, weil sie zu spät zum Abflug erschienen wären, obwohl Ryanair darauf hingewiesen worden war, dass die schleppende Abfertigung am Schalter der Fluglinie die Ursache der Verspätung war.

Für die Konsumentenschützer steht fest: Die Airline muss sowohl die Kosten des Rückfluges als auch die Entschädigungszahlung in Höhe von 250 Euro pro Person wegen Nichtbeförderung zahlen. Diese Ansprüche sollen nun in einem Musterprozess eingeklagt werden. Den Konsumentenschützern sind zwei weitere Beschwerden über Nichtbeförderung durch Ryanair bekannt.

Sie haben insgesamt 49 Klagen betreffend Ansprüche von Passagieren gegen Fluglinien eingereicht. In 19 Fällen waren sie bereits erfolgreich. (APA, 18.11.2015)

  • Lange Wartezeiten beim Check-in bescherten Fluggästen der Billigairline ein unangenehmes Erlebnis.
    foto: afp

    Lange Wartezeiten beim Check-in bescherten Fluggästen der Billigairline ein unangenehmes Erlebnis.

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