IS betreibt ganztägigen Online-Support für Jihadisten

18. November 2015, 10:18
75 Postings

Helpdesk hilft Mitgliedern bei Fragen zu Kommunikation und Verschlüsselung

Über tausende Twitterkonten und Webseiten streut die Terrororganisation IS ihre Propaganda ins Netz und wirbt um neue Mitglieder. Behörden, aber auch Hacker-Kollektive versuchen mittlerweile, die Online-Präsenz der Miliz zu schwächen.

Doch "Daesh", wie der "Islamische Staat" ebenfalls genannt wird, nutzt das Internet längst nicht nur für Werbe- und Rekrutierungszwecke. Sondern auch als Kanal für Hilfestellungen an die eigenen Mitglieder. Wie NBC berichtet, betreiben die Jihadisten einen rund um die Uhr besetzten Online-Helpdesk.

Schulungsplattformen

Beobachtet wird dieses Gebahren von Aaron Brantly, einem Experten des Combating Terrorism Center, das zum US-Militär gehört. Er hat die Supportarbeit nach eigenen Angaben über hunderte Stunden analysiert und attestiert ihnen hohe Professionalität.

Der Daesh verfügt demnach über "mehrere Plattformen", die von Mitgliedern genutzt werden, um sich gegenseitig im Umgang mit digitalen Sicherheitsmaßnahmen zu schulen und zu lernen, wie man bei Rekrutierung, Propaganda und Einsatzplanung den Augen der Behörden entgeht. Betreut werden sowohl Neulinge als auch Veteranen. Dazu verbreitet man auch verschriftlichte Tutorials und Anleitungsvideos über soziale Medien.

Dezentrale Organisation

Betrieben wird der Helpdesk von fünf bis sechs Technik-Experten, die über eine gute IT-Ausbildung verfügen. Gemeinsam mit weiteren Helfern steht der Service zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung.

Die Arbeit erfolgt dezentral, die Helfer operieren "in praktisch allen Regionen der Welt", so Brantly. Eine ungefähre geografische Einordnung ließe sich daraus ableiten, wann die Mitarbeiter ihre Arbeit für Gebete unterbrechen.

Sorgen

Bei Behörden löst diese Professionalisierung Sorge aus, zumal der Supportabteilung bei der Organisation von Anschlägen eine tragende Rolle zukommen könnte. Besonders in Europa wird derzeit vermehrt mit Anschlägen gerechnet. Nach den Paris-Attentaten drängen Geheimdienste zudem erneut darauf, dass IT-Firmen Hintertüren in ihre Verschlüsselungssysteme einbauen. (gpi, 18.11.2015)

Share if you care.