Frankreich in London wider den Terror

Ansichtssache17. November 2015, 23:28
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Das Testspiel der Equipe Tricolore gegen England im Wembley-Stadion als Symbol der Verbundenheit – eine Ansichtssache

"Wembley öffnet seine Arme für ein Land in Trauer", titelte die "Times" am Montag. Dass das Gastspiel der Équipe tricolore nach dem Schock von Paris am Dienstag überhaupt stattfand, bezeichnet Innenministerin Theresa May als Zeichen, dass "die Terroristen nicht gewinnen werden". Auch der britische Premierminister David Cameron besuchte in Abänderung seines ursprünglichen Programms das Spiel.

Um den rund 80.000 Besuchern sowie den beiden Teams größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wurde die Polizeipräsenz massiv erhöht. Lediglich rund 100 Besucher hätten einem britischen Medienbericht zufolge ihre Tickets für das Match am Dienstagabend zurückgeben wollen.

Als um kurz vor 20 Uhr Ortszeit auf den riesigen Anzeigetafeln des Stadions der Text französische Hymne aufleuchtete, unterstützten Zehntausende das kleine Häufchen fröhlicher Franzosen. Inbrünstig sangen auch die englischen Fans den blutrünstigen Text der Marseillaise mit – eine rührende Solidaritätsadresse der Briten an den Nachbarn und alten Verbündeten. Dass dabei die knifflige französische Aussprache nicht allen perfekt gelang, wen störte das?

Ursprünglich sollte das Freundschaftsspiel zwischen England und Frankreich im Zeichen der Brustkrebshilfe stehen. Stattdessen geriet das Match unter den Augen von Cameron und Prinz William zu einer Hommage einer vom Terrorismus gezeichneten Weltstadt an eine andere. Große Leucht-Buchstaben am Stadion verkündeten "Liberté, Égalité, Fraternité", auch der große Stahlbogen über dem Bauwerk von Norman Foster erstrahlte in Blau-Weiß-Rot.

Die sportliche Dimension: England gewann 2:0 (1:0), für die Tore waren die Herren Alli (39.) und Rooney (48.) zuständig.

In Istanbul, wo vor dem Duell zwischen der Türkei und Griechenland (0:0) ebenfalls eine Trauerminute vorgesehen gewesen war, gellten "Allahu akbar"-Rufe und Pfiffe durch das Basaksehir Stadion. (sbo/red/APA, 17.11. 2015)

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