Licht und Handy sind smarte Guides

20. November 2015, 12:01
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LEDs werden durch Fortschritte der Halbleiterindustrie intelligenter und günstiger

Dornbirn – Die Faustregel, die Gordon Moore vor fünf Jahrzehnten aufstellte, gilt immer noch: Die Anzahl der Transistoren auf einem integrierten Schaltkreis (IC) verdoppelt sich alle zwei Jahre. Vereinfacht gesagt: Man kann immer mehr Logik auf einen Chip packen, ohne die Kosten zu erhöhen. Das macht beispielsweise die Ansteuerelektronik für LED-Beleuchtung intelligenter und günstiger.

Mit Digitaltechnik und Leistungselektronik beschäftigt sich das Department of Engineering der Fachhochschule Vorarlberg. Elektrotechniker Andre Mitterbacher erklärt, was es mit Moore und Leuchtdioden eigentlich auf sich hat: "Zwischen Steckdose und Leuchtkörper braucht es ein Interface, das Wechsel- in Gleichspannung umformt. Dazu benötigt man Leistungselektronik." Und die wiederum braucht Steuerschaltkreise. Beispielsweise zur Konfiguration und Regelung des LED-Stroms, zum Dimmen oder zur Überwachung der Spannung.

Leuchtdioden (LED), die Glühbirnen bereits zu mehr als 60 Prozent ersetzen, geraten zu einer wesentlichen Komponente von Smart Homes, sagt Andre Mitterbacher: "Viele große Unternehmen aus der Halbleiter- und Netzwerkindustrie steigen in das Thema Beleuchtung und Smart Home ein." Beleuchtung könnte zu einem Kernbereich des Internets der Dinge werden.

Zum Beispiel durch Visible Light Communication (VLC). Darunter versteht man eine Datenübertragungstechnologie über das Medium Licht. Hochgeschwindigkeitsinternet könnte als Alternative zu WLAN aus der Deckenbeleuchtung kommen. Wo das menschliche Auge Modulationen nicht mehr wahrnimmt, springt die Kamera des Smartphones ein. Mobiltelefon und Leuchten leiten dann beispielsweise durch unübersichtliche Gebäude wie Krankenhäuser. So wird Indoornavigation dort, wo satellitengestütztes GPS nicht funktioniert, möglich. Einsetzbar ist Visible Light Communication auch in Museen und Ausstellungen.

Die Kommunikation beim Einsatz im Handel geht ein Stück über die Navigation hinaus. Die schöne neue Lichtzukunft soll Einkaufen ohne Sucherei ermöglichen: Via Licht und App wird die Kundschaft durch den Supermarkt geleitet. Man hat sein Rezept auf dem Handy, Licht und Smartphone führen zu Zutaten und passenden Angeboten. Mitterbacher: "Die Leute sind schneller beim gewünschten Produkt." (jub, 20.11.2015)

  • LEDs sind für das Internet der Dinge wichtige Komponenten.
    foto: obs/fraunhofer institut für angewandte festkörperphysik

    LEDs sind für das Internet der Dinge wichtige Komponenten.

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