EZB macht Banken Hoffnung: Keine dickeren Kapitalpolster

17. November 2015, 16:43
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Die großen Regulierungsprojekte dürften laut Direktorin Lautenschläger Ende 2016 abgeschlossen sein

Frankfurt – Die Furcht vieler Geldhäuser vor immer höheren Kapitalanforderungen ist aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) unbegründet. Nach der Untersuchung der Handelsbücher und der Festlegung einer risikounabhängigen Verschuldungsquote (Leverage Ratio) solle es für die Institute nicht zu weiteren Belastungen kommen, sagte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger am Dienstag in Frankfurt. "Was immer beim Basel-III-Prozess herauskommt, das Gesamtkapital-Niveau sollte auf dem heutigen Niveau bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass es für einzelne Banken keine Veränderungen geben wird."

Die strengeren Basel-III-Regeln für Banken werden in Europa schrittweise bis 2019 eingeführt. Banken müssen dabei vor allem Kapitalpolster aufbauen, um mögliche Verluste abzufedern. Die EZB ist seit gut einem Jahr für die Aufsicht der Großbanken im Euro-Raum zuständig.

Reformprojekte bald abgeschlossen

Nach Einschätzung von Lautenschläger werden die großen globalen Projekte in der Bankenaufsicht voraussichtlich Ende 2016 abgeschlossen werden. Sorgen in der Branche, es könnte danach eine weitere Regulierungswelle – Basel IV genannt – auf die Institute zukommen, wies sie zurück. "Das ist wirklich weit entfernt und nichts, was diskutiert wird."

Neben den Mindestvorschriften bekommen die größten Geldhäuser der Euro-Zone von der EZB individuelle Kapitaluntergrenzen vorgegeben. Nach der sogenannten SREP-Überprüfung in diesem Jahr sei die Mindestkernkapital-Quote der Institute im Schnitt um 0,5 Punkte auf 10,1 Prozent gestiegen, sagte Lautenschläger. "Das ist kein dramatischer Anstieg." Je nach Lage der Häuser liegen die Anforderungen zwischen acht und rund 14 Prozent. Von den gut 120 direkt beaufsichtigten Instituten haben laut EZB nur rund zehn weniger Kapital als gefordert. Nach Reuters-Informationen erfüllen alle deutschen Geldhäuser die vorgegebenen Quoten. (Reuters, 17.11.2015)

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